Schildläuse bekämpfen

Kurz gesagt

Braune Höcker an Stielen und Blattadern sind Schildläuse. Abschaben, abduschen, mehrere Wochen prüfen.

Schildläuse sehen nicht nach Tier aus. Was du siehst, sind flache oder gewölbte braune Schildchen von wenigen Millimetern, die auf Blattadern, Blattstielen und Zweigen sitzen und leicht für Rindenstückchen oder Knospen gehalten werden.

Ausgewachsene Tiere bewegen sich nicht mehr. Sie sitzen fest unter ihrem Schild, und dieses Schild hält Sprühlösungen ab, deshalb ist das Abschaben der erste und wichtigste Schritt.

Der häufigste Hinweis kommt vom Boden her. Ein klebriger, glänzender Film auf den unteren Blättern, auf dem Fensterbrett oder auf dem Parkett bedeutet, dass darüber etwas saugt.

Erkennen und von Verwechslungen trennen

Schieb ein verdächtiges Schildchen mit dem Fingernagel oder einem Zahnstocher zur Seite. Löst es sich als kleiner Deckel ab und bleibt darunter ein feuchter Fleck oder eine weiche Masse, ist es eine Schildlaus.

Ein Blattfleck durch Pilz oder Sonne liegt in der Blattfläche und lässt sich nicht abheben. Kalk vom Gießwasser sitzt als harte helle Kruste obenauf und wirkt nicht gewölbt.

Napfschildläuse wirken oft rundlich und scheiden Honigtau aus. Deckelschildläuse haben ein separates Schutzschild und bilden keinen Honigtau. Die Unterscheidung beeinflusst die Behandlung. Ein systemisches Mittel gegen Napfschildläuse kann gegen Deckelschildläuse schlecht wirken. Wähle ein für den jeweiligen Schädling an Zimmerpflanzen zugelassenes Präparat.

Sieh dir vor allem die Blattunterseiten entlang der Mittelrippe, die Blattachseln, die Blattstiele und verholzte Zweige an. Genau dort sitzen die meisten Tiere, und dort wird der Befall am längsten übersehen.

Sieh dir an

  1. 01Blattunterseiten entlang der Mittelrippe
  2. 02Blattstiele, Blattachseln und verholzte Zweige
  3. 03Klebriger Film auf Blättern, Boden und Möbeln
  4. 04Ein Schildchen mit dem Fingernagel wegschieben
  5. 05Schwarzer Belag auf länger klebrigen Blättern

Was du jetzt tust

Ein Schildchen mit dem Fingernagel zur Seite schieben. Löst es sich als Deckel mit weicher Masse darunter, ist es eine Schildlaus. Blattunterseiten entlang der Mittelrippe und verholzte Zweige mitprüfen.
Mr. Kitty schabt einen braunen Schildlaus-Höcker vom Stiel
Lässt sich das braune Schildchen abheben, ist es eine Schildlaus

Abschaben und abduschen

Stell die Pflanze zuerst getrennt von den anderen. Die frisch geschlüpften Larven sind winzig, beweglich und wandern über sich berührende Blätter weiter.

Schab die Schildchen danach mechanisch ab. An festen Blättern und Zweigen geht ein Fingernagel, eine alte Zahnbürste oder ein Holzstäbchen. Arbeite jede Blattachsel und jede Blattunterseite entlang der Mittelrippe ab.

Entferne sichtbare Schildläuse vorsichtig mit einem feuchten Tuch, einem Wattestäbchen oder von Hand, ohne die Blätter zu verletzen. Verwende keinen Brennspiritus. Kontrolliere auch die Blattachseln und Stiele, weil der mechanische Schritt nur sichtbare Tiere entfernt.

Dusch die Pflanze anschließend lauwarm ab und wisch den klebrigen Belag mit einem feuchten Tuch von den Blättern. Auf einem länger stehenden Film siedelt sich schwarzer Rußtaupilz an, der das Blatt beschattet und schlecht wieder abgeht.

Stark besetzte, verholzte Triebe schneidest du heraus, wenn die Pflanze genug gesundes Laub behält. Aus einer dicht besetzten Rinde bekommst du sonst nie alle Tiere heraus.

Was du jetzt tust

Pflanze trennen und die Schildchen mit Fingernagel, Zahnbürste oder Holzstäbchen abschaben. Danach lauwarm abduschen und den klebrigen Belag abwischen.
Eine Pflanze wird unter der Dusche abgebraust
Nach dem Abschaben wird die Pflanze gründlich abgeduscht

Was Sprühmittel hier leisten

Ein zugelassenes Kaliseifenpräparat kann junge bewegliche Larven treffen, bevor ihr Schutzschild ausgebildet ist. Reicht das Reinigen nicht aus, wähle ein Mittel, das für den jeweiligen Schildlaustyp an Zimmerpflanzen zugelassen ist, und beachte Dosierung, Benetzung und Wiederholungsabstände. Es wirkt nur bei Kontakt und muss die Tiere auch unter den Blättern und in den Blattachseln erreichen.

Ölhaltige Mittel auf Basis von Rapsöl oder Niemöl legen einen Film über das Schild und ersticken das Tier darunter. Sie brauchen eine lückenlose Benetzung und können auf behaarten Blättern, auf bereiften Sukkulenten und auf jungen Trieben Schäden hinterlassen.

Haushaltsseife und Spülmittel können Blätter verbrennen und ersetzen kein zugelassenes Kaliseifenpräparat. Teste eine kleine Stelle und prüfe sie nach ein bis zwei Tagen. Vermeide direkte Sonne und Pflanzen mit Trockenstress und beachte die Gebrauchsanweisung.

Der beste Zeitpunkt zum Sprühen ist direkt nach dem Abschaben. Dann triffst du die Larven, die zwischen den alten Sitzplätzen unterwegs sind.

Schlupfwespen und Marienkäferarten für den Innenraum sind der biologische Weg. Sie brauchen mehrere Wochen und eine Pflanze, die in dieser Zeit nicht mehr gespritzt wird.

Eine Sprühflasche mit Seifenlösung neben der Pflanze
Sprühmittel erreichen nur die frisch geschlüpften Larven

Nachkontrolle über mehrere Wochen

Unter einem abgestorbenen Schild können noch Eier liegen, und die Larven schlüpfen zeitversetzt. Deshalb reicht eine einzelne Runde nie.

Sieh alle drei bis vier Tage an denselben Stellen nach: Mittelrippe, Blattunterseiten, Blattachseln, Blattstiele und verholzte Zweige. Findest du neue Schildchen oder erneut Klebriges, schabst du sofort wieder ab.

Ein leerer, trockener Deckel ohne feuchte Masse darunter ist ein abgestorbenes Tier. Nimm ihn trotzdem weg, sonst kannst du bei der nächsten Kontrolle alt und neu nicht auseinanderhalten.

Erst nach zwei Kontrollen ohne Fund kommt die Pflanze zurück zu den anderen. Sieh die Nachbarpflanzen über Wochen mit durch und wisch Fensterbank, Übertopf und Untersetzer aus.

Was du jetzt tust

Alle drei bis vier Tage Mittelrippe, Achseln, Stiele und Zweige kontrollieren und bei jedem Fund sofort abschaben. Leere Deckel entfernen, damit die nächste Kontrolle eindeutig ist.
Kontrolle der Blattunterseite mit einer Lupe
Über Wochen dieselben Stellen ansehen: Mittelrippe und Achseln

Woher sie kommen und welche Pflanzen es trifft

Neu gekaufte Pflanzen bringen Schildläuse am häufigsten ins Haus. Stell jede Neuanschaffung zwei bis drei Wochen allein und sieh dabei besonders Blattunterseiten und Stiele durch.

Kübelpflanzen, die im Sommer draußen standen, sind der zweite Weg. Kontrolliere Zitrusbäume, Lorbeer und Oleander gründlich, bevor du sie im Herbst hereinholst.

Hartlaubige und verholzende Arten sind besonders betroffen, etwa Zitruspflanzen, Ficus-Arten und Efeu, weil ihre Blattadern und Zweige den Tieren guten Halt geben. Auch Farne werden befallen. Verwechsle dort aber die regelmäßig angeordneten Sporenhäufchen auf der Blattunterseite nicht mit Schildläusen und schab sie nicht ab.

Trockene Heizungsluft und ein geschwächter Zustand nach Trockenheit oder Staunässe begünstigen den Befall. Eine Pflanze, die gut versorgt am richtigen Platz steht, wird seltener befallen.

Was du jetzt tust

Neue Pflanzen zwei bis drei Wochen getrennt halten und durchsehen. Kübelpflanzen vor dem Hereinholen an Blattunterseiten und Zweigen kontrollieren.

Was nach dem Befall bleibt

Vergilbte und punktierte Blätter werden nicht wieder grün. Schneide sie nur weg, wenn die Pflanze genug gesundes Laub behält.

Rußtaupilz auf dem klebrigen Film geht mit einem feuchten Tuch ab, solange er frisch ist. Bei älteren Belägen bleibt oft ein grauer Schleier zurück, der mit dem Blatt verschwindet.

Der neue Trieb zeigt, ob die Pflanze durch ist. Kommt er gleichmäßig und sauber, war die Behandlung erfolgreich. Wird er erneut klebrig, sitzen irgendwo noch Tiere.

Ob eine Pflanze für Haustiere oder Kinder unbedenklich ist, steht in ihrer eigenen Pflegeanleitung. Bei Verdacht auf eine Vergiftung ist eine Tierärztin oder ein Arzt die richtige Adresse.

Passende Pflanzen

Weiterlesen

Häufige Fragen

Welche Hausmittel helfen gegen Schildläuse?

Entferne Schildläuse vorsichtig durch Abreiben oder Abheben, etwa mit einem feuchten Tuch, und kontrolliere regelmäßig auf neue Larven. Reicht das nicht, wählst du ein Präparat, das für den jeweiligen Schildlaustyp an Zimmerpflanzen zugelassen ist, und befolgst die Gebrauchsanweisung. Es wirkt nur dort, wo es die Tiere benetzt.

Woran erkenne ich Schildläuse an Zimmerpflanzen?

An kleinen braunen Schildchen auf Blattadern, Stielen und Zweigen und an einem klebrigen Film auf den Blättern darunter. Schieb ein Schildchen zur Seite. Hebt es sich als Deckel ab und liegt darunter eine weiche Masse, ist es eine Schildlaus.

Wie werde ich Schildläuse dauerhaft los?

Durch Abschaben und mehrere Wochen Nachkontrolle. Die Larven schlüpfen zeitversetzt, deshalb entscheidet die Wiederholung. Kontrolliere alle drei bis vier Tage und stell die Pflanze erst nach zwei Kontrollen ohne Fund zurück zu den anderen.

Was ist der klebrige Belag auf meinen Blättern?

Honigtau, den saugende Läuse ausscheiden. Er landet auf allem, was darunter steht, und auf einem länger stehenden Film siedelt sich schwarzer Rußtaupilz an. Wisch ihn mit einem feuchten Tuch ab und such die Quelle über der klebrigen Stelle.

Sind Schildläuse gefährlich für Zimmerpflanzen?

Ein kleiner Befall an einer kräftigen Pflanze fällt kaum ins Gewicht. Bleibt er unbemerkt, vergilben Blätter, das Wachstum stockt und Rußtaupilz beschattet das Laub zusätzlich. Bei verholzten Arten kann ein starker Befall ganze Zweige zum Absterben bringen.

Sind die braunen Punkte auf meinem Blatt Schildläuse oder Flecken?

Der Test ist das Abheben. Ein Pilz- oder Sonnenfleck liegt in der Blattfläche und lässt sich nicht wegschieben. Eine Schildlaus löst sich als kleiner Deckel und hinterlässt eine feuchte Stelle.

Zuletzt geprüft: