Wollläuse bekämpfen
Kurz gesagt
Weiße Wattepolster in den Blattachseln sind Wollläuse. Jedes Tier wird einzeln abgetupft, dann wiederholst du, bis keine Eier mehr schlüpfen.
Weiße, watteartige Polster in den Blattachseln, an den Stielen und unter den Blättern sind Wollläuse, auch Schmierläuse genannt. Schieb eines mit einem Zahnstocher zur Seite: Darunter sitzt ein rosa bis graues, ovales Tier von wenigen Millimetern, mit Wachs überzogen, das sich langsam bewegt. Ein klebriger Film auf den Blättern darunter und auf dem Möbelstück ist das zweite Zeichen. Das Wachs hält Wasser und die meisten Sprühmittel ab. Stell die Pflanze deshalb als Erstes weg von den anderen und tupf jedes sichtbare Polster mit einem Wattestäbchen ab, das du in Isopropylalkohol in einer Lösung mit höchstens 70 Prozent getaucht hast. Teste die Lösung ein bis zwei Tage vorher an einer kleinen Stelle auf Blattschäden. Danach kontrollierst du alle paar Tage, weil aus den Eiernestern weiter Junge schlüpfen.
Wie Wollläuse aussehen und womit du sie verwechseln kannst
Wollläuse und Schmierläuse sind dieselbe Tiergruppe. An Zimmerpflanzen sind es vor allem die Zitrusschmierlaus und die Langschwänzige Schmierlaus. Erwachsene Weibchen sind flügellos, oval und gegliedert, mit weißem Wachs überzogen, oft mit kurzen Wachsfäden am Rand. Die Langschwänzige hat zwei lange Schwanzfäden. Frisch geschlüpfte Junge sind gelb, orange oder rosa und noch ohne Wachs. Sie laufen zu einer neuen Stelle, setzen sich fest und beginnen zu saugen. Die winzigen Männchen haben Flügel, sind aber kaum zu sehen. Die Wollläuse, die du siehst, fliegen nicht.
Die flauschigen weißen Nester sind die Eiergelege: Ein Weibchen legt über 10 bis 20 Tage 100 bis 200 oder mehr Eier hinein. Die Langschwänzige Schmierlaus legt keine Eier, sondern bringt lebende Junge zur Welt.
Der klebrige Film auf den Blättern darunter ist ihr Honigtau. Darauf wächst oft schwarzer Rußtau, und Ameisen kommen, um ihn zu ernten.
Womit du Wollläuse verwechseln kannst:
Sieh dir an
- 01Blattachseln und Blattstiele auf weiße Polster
- 02Klebriger Film auf Blättern und Möbeln
- 03Ein Polster mit dem Zahnstocher wegschieben
- 04Übergang von Stängel zu Erde und Topfrand
- 05Bei schwächelnder Pflanze den Wurzelballen

Woher plötzlich Wollläuse kommen
Fast immer mit einer neu gekauften Pflanze. Wollläuse sind in Gärtnereien verbreitet, und die Jungtiere sind so klein, dass man sie übersieht. Sie entstehen nicht aus dem Nichts und fliegen nicht zu. In der Wohnung laufen die Jungen über sich berührende Blätter und Töpfe zur nächsten Pflanze.
Drinnen sind das ganze Jahr alle Stadien da, eine Winterpause gibt es nicht. Alte Pflanzen, die nie ganz sauber wurden, stecken die Sammlung immer wieder an.
Besonders betroffen: Sukkulenten und Kakteen (Geldbaum, Echeverie, Weihnachtskaktus, Erbsenpflanze), Hoya, Orchideen, Usambaraveilchen, Elefantenfuß, Croton, Schefflera, Ficus, Dracaena, Olivenbaum und Zitruspflanzen.

Schritt für Schritt: vom sanftesten zum stärksten Mittel
Schritt 1. Pflanze trennen. Stell sie weg von den anderen, auch von Blättern, die sie berührt hat.
Bei kleinen Befallsstellen tupfst du nur die sichtbaren Wollläuse mit einem Wattestäbchen und Isopropylalkohol in einer Lösung mit höchstens 70 Prozent ab. Teste die Lösung ein bis zwei Tage vorher an einer kleinen Stelle auf Blattschäden. Verwende keinen Brennspiritus und keine selbst gemischten Seifen-Alkohol-Sprays.
Schritt 3. Abduschen. Lauwarm, gezielt in Blattachseln und gegen Blattunterseiten. Hartlaubige Pflanzen kannst du auch abwaschen. Das holt die übersehenen Tiere und den klebrigen Film. Triebspitzen voller Polster schneidest du heraus.
Schritt 4. Größeren Befall vorsichtig behandeln. UC IPM nennt eine Lösung aus 10 bis 25 Prozent Isopropylalkohol in Wasser als Sprühoption. Teste ein bis zwei Tage vorher eine kleine Stelle, behandle gezielt die Wollläuse und vermeide direkte Sonne oder Pflanzen mit Trockenstress. Mische keine Haushaltsseife hinzu. Bei einem fertigen Kaliseifenmittel muss das Etikett die Pflanze, Wollläuse und den Innenraum abdecken.
Schritt 5. Oder ein Öl-Mittel. Mittel auf Basis von Rapsöl, Paraffinöl oder Neemöl ersticken die Tiere unter einem Film. Sie brauchen dieselbe direkte Benetzung und können behaarte und bereifte Blätter schädigen.
Schritt 6. Nützlinge. Der Australische Marienkäfer (Cryptolaemus montrouzieri) frisst Wollläuse und ihre Eier. Er braucht viele Eiernester, mehr als 20 °C und mehr als 50 Prozent Luftfeuchte. Schlupfwespen (Leptomastix und verwandte Arten) befallen bestimmte Schmierlausarten ab etwa 15 bis 18 °C, die Art muss also bestimmt sein. Florfliegenlarven sind genügsamer und fressen ebenfalls Wollläuse. Alle arbeiten in einer Pflanzengruppe oder im Wintergarten besser als an einem einzelnen Topf und brauchen mehrere Wochen ohne Spritzmittel.
Schritt 7. Systemische Mittel, mit Bedacht. Stäbchen oder Gießmittel mit systemischem Wirkstoff nimmt die Pflanze über die Wurzeln auf. Gegen Wollläuse wirken sie weniger zuverlässig als gegen andere Sauger und können Bestäubern schaden. Meide sie bei blühenden Pflanzen und setz sie erst ein, wenn Abtupfen und Sprühen nicht reichen. Nur Mittel, die für Zimmerpflanzen gegen Woll- oder Schmierläuse zugelassen sind, und genau nach Gebrauchsanleitung. Bei Katzen und Hunden im Haushalt die Hinweise auf der Packung beachten.
Schritt 8. Alle drei bis vier Tage nachsehen. Blattachseln, Stiele, Triebspitzen, Blattunterseiten, unter dem Topfrand und außen am Topf. Neue Polster sofort abtupfen. Zurück zu den anderen erst nach zwei Kontrollen ohne Fund, den Standort auswischen.
Wurzelläuse im Topf nicht übersehen
Eine verwandte Art lebt an den Wurzeln. Wenn eine Pflanze schwächelt, kaum wächst und du an den Blättern nichts findest, nimm sie aus dem Topf und sieh dir den Ballen an.
Weiße, watteartige Beläge an den Wurzeln und an der Topfinnenwand sind das Zeichen. Sie sehen aus wie Schimmel, sitzen aber am Wurzelgeflecht.
In diesem Fall wäschst du die Erde vollständig von den Wurzeln ab und setzt die Pflanze in frisches Substrat und in einen gereinigten oder neuen Topf. Die alte Erde kommt in den Restmüll, nicht auf den Komposthaufen im Zimmer.
Kontrolliere den Ballen bei dieser Pflanze in den nächsten Monaten beim Gießen mit. Ein Rest im Substrat baut den Befall langsam wieder auf.
Wurzelläuse fallen am häufigsten bei Usambaraveilchen und anderen kleinen Topfpflanzen auf, meist erst beim Austopfen.
Was du jetzt tust

Hausmittel gegen Wollläuse im Check
Bei kleinen Befallsstellen tupfst du nur die sichtbaren Wollläuse mit einem Wattestäbchen und Isopropylalkohol in einer Lösung mit höchstens 70 Prozent ab. Teste die Lösung ein bis zwei Tage vorher an einer kleinen Stelle auf Blattschäden. Verwende keinen Brennspiritus und keine selbst gemischten Seifen-Alkohol-Sprays.
Reicht das Reinigen nicht aus, wähle ein fertiges Pflanzenschutzmittel auf Kaliseifenbasis, dessen Etikett die Pflanze, den Schädling und den Einsatz im Innenraum nennt. Halte dich an Verdünnung, Anwendung und Abstände. Es wirkt bei Kontakt und muss die Schädlinge erreichen, auch unter den Blättern und in den Blattachseln.
Haushaltsseife und Spülmittel können Blätter verbrennen und ersetzen kein formuliertes Pflanzenschutzmittel. Teste eine kleine Stelle und prüfe sie nach ein bis zwei Tagen. Vermeide direkte Sonne und Pflanzen mit Trockenstress und halte dich an das Etikett.
Glasreiniger taucht in vielen Tipps auf, weil er Alkohol enthält. Er bringt aber Lösungs- und Duftstoffe in unbekannter Menge mit. Eine Alkohollösung, die du selbst verdünnst, tut dasselbe kontrolliert.
Essig verbrennt die Blätter schneller, als er die Läuse unter ihrem Wachs trifft.
Neemöl wirkt über Kontakt und braucht mehrere Runden.
Nur abduschen entfernt einen Teil der Tiere, die Eiernester bleiben. Kombinier es mit dem Abtupfen.

Wie lange es dauert
Rechne mit vier bis acht Wochen. Ein Weibchen legt über zwei bis drei Wochen 100 bis 200 oder mehr Eier, die Eier im Wachsnest überstehen jede einzelne Behandlung, und drinnen sind alle Stadien gleichzeitig da. Behandle wöchentlich und kontrolliere alle drei bis vier Tage, bis zwei Kontrollen hintereinander nichts finden.
Was passiert, wenn du nichts tust: Der Bestand wächst weiter, neue Triebe bleiben klein, Blätter vergilben und kleben, und bei starkem Befall kann die Pflanze eingehen. Von selbst verschwinden Wollläuse in der Wohnung nicht.
Sind Wollläuse schädlich für Menschen?
Nein, auch nicht für Haustiere. Wollläuse leben nur an Pflanzen, sie beißen nicht, und wer sie anfasst, hat höchstens einen fettigen Fleck am Finger.
Für Pflanzen hängt es von der Menge ab: Ein paar Tiere schwächen eine kräftige Pflanze kaum, ein starker Befall lässt neue Triebe verkümmern, Blätter vergilben und mit Honigtau und Rußtau verkleben. Wurzelläuse schwächen eine Pflanze, ohne dass an den Blättern etwas zu sehen ist.
So beugst du vor
Jede neue Pflanze etwa 30 Tage getrennt stellen und beim Gießen in Blattachseln und unter den Topfrand schauen.
Pflanzen schon beim Kauf prüfen und solche, die du nicht sauber bekommst, nicht in die Sammlung stellen.
Etwas Abstand zwischen den Töpfen lassen. Dicht gestellte Pflanzen machen den Jungtieren den Weg leicht.
Ameisen von den Pflanzen fernhalten. Sie schützen Wollläuse vor ihren Feinden.
Anfällige Pflanzen (Sukkulenten, Hoya, Orchideen) einmal im Monat durchsehen, im Winter öfter.
Wann du die Pflanze aufgibst
Bei starkem Befall raten Beratungsstellen, die Pflanze zu entsorgen, statt sie immer wieder zu behandeln, besonders wenn sie leicht ersetzbar ist oder als alte Pflanze die anderen immer wieder ansteckt. Pack sie vorher in eine Tüte.
Eine wertvolle Pflanze lohnt die Mühe: Die schlimmsten Teile herausschneiden, bei Wurzelläusen in frische Erde und einen sauberen Topf setzen und die Schritte 1 bis 8 durcharbeiten.
Verkrüppelte oder gelbe Blätter erholen sich nicht. Der neue Trieb zeigt, ob die Pflanze durch ist.
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Häufige Fragen
Wie kriege ich Wollläuse weg?
Bei kleinen Befallsstellen tupfst du nur die sichtbaren Wollläuse mit einem Wattestäbchen und Isopropylalkohol in einer Lösung mit höchstens 70 Prozent ab. Teste die Lösung ein bis zwei Tage vorher an einer kleinen Stelle auf Blattschäden. Verwende keinen Brennspiritus und keine selbst gemischten Seifen-Alkohol-Sprays.
Was hilft wirklich gegen Schmierläuse?
Bei kleinen Befallsstellen tupfst du nur die sichtbaren Wollläuse mit einem Wattestäbchen und Isopropylalkohol in einer Lösung mit höchstens 70 Prozent ab. Teste die Lösung ein bis zwei Tage vorher an einer kleinen Stelle auf Blattschäden. Verwende keinen Brennspiritus und keine selbst gemischten Seifen-Alkohol-Sprays. Reicht das Reinigen nicht aus, wähle ein fertiges Pflanzenschutzmittel auf Kaliseifenbasis, dessen Etikett die Pflanze, den Schädling und den Einsatz im Innenraum nennt. Halte dich an Verdünnung, Anwendung und Abstände. Es wirkt bei Kontakt und muss die Schädlinge erreichen, auch unter den Blättern und in den Blattachseln.
Woher kommen plötzlich Wollläuse?
Fast immer mit einer neu gekauften Pflanze. Die Jungtiere sind winzig und laufen von dort über Blätter und Töpfe weiter.
Wie lange dauert es, bis Wollläuse weg sind?
Meist vier bis acht Wochen. Die Eier im Wachsnest überstehen jede einzelne Behandlung, deshalb behandelst du wöchentlich, bis zwei Kontrollen hintereinander nichts finden.
Wie bekomme ich Wollläuse von Orchideen weg?
Wie bei anderen Pflanzen: abtupfen mit Alkohol auf dem Wattestäbchen, auch in den Blattachseln, an den Luftwurzeln und am Blütenstiel. Orchideenblätter vorher an einer Stelle testen, und auch Topf und Substrat ansehen, weil Wollläuse dort mitsitzen können.
Sind Wollläuse schädlich für den Menschen?
Nein. Sie leben nur an Pflanzen, beißen nicht und sind auch für Katzen und Hunde harmlos.
Was passiert, wenn man Wollläuse nicht bekämpft?
Der Befall wächst weiter, neue Triebe bleiben klein, Blätter vergilben und verkleben mit Honigtau und Rußtau. Ein starker Befall kann die Pflanze töten und springt auf die Nachbarn über.
Hilft Glasreiniger gegen Wollläuse?
Verwende keinen Glasreiniger auf der Pflanze. Seine Zusammensetzung ist nicht für diese Behandlung geprüft und kann Blätter schädigen. Bei kleinen Befallsstellen tupfst du nur die sichtbaren Wollläuse mit einem Wattestäbchen und Isopropylalkohol in einer Lösung mit höchstens 70 Prozent ab. Teste die Lösung ein bis zwei Tage vorher an einer kleinen Stelle auf Blattschäden. Verwende keinen Brennspiritus und keine selbst gemischten Seifen-Alkohol-Sprays.
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