Der zweite Faktor kommt aus dem Raum. Heizungsluft ist trocken, Fensterbänke sind kalt, und beim Stoßlüften trifft kalte Luft auf warme Blätter. Diese drei Punkte verursachen die meisten Winterschäden.

Licht ist der knappe Faktor

Rücke deine Pflanzen näher ans Fenster. Ein Platz, der im Sommer mit zwei Metern Abstand funktioniert hat, liefert im Dezember zu wenig. Selbst ein Südfenster gibt im Winter deutlich weniger her als ein Nordfenster im Juni.

Putze die Scheiben und nimm dichte Gardinen zur Seite. Beides klingt nebensächlich und macht an einem trüben Tag einen sichtbaren Unterschied.

Wisch auch den Staub von den Blättern. Eine geschlossene Staubschicht kostet Licht, das die Pflanze gerade jetzt braucht. Feuchtes Tuch reicht, bei behaarten Blättern ein weicher Pinsel.

Dreh die Töpfe alle paar Wochen um eine Vierteldrehung, damit sich der Trieb nicht einseitig zum Fenster streckt.

Eine Pflanzenlampe ist der einzige echte Ersatz für fehlendes Licht. Sie muss nah genug über der Pflanze hängen und für einige Stunden am Tag laufen, sonst bleibt sie Dekoration.

Wenn ein Trieb im Winter lang, dünn und blass wird, ist das kein Wachstum, das dir nützt. Kürze ihn im Frühjahr zurück, dann treibt die Pflanze im Licht wieder kompakt aus.

Mr. Kitty rückt eine blasse Pflanze näher ans Fenster
Im Winter zählt jeder Zentimeter näher an der Scheibe

Gießen im Winter

Der Abstand zwischen zwei Wassergaben wird länger, die Menge bleibt gleich. Gieße weiterhin durchdringend, bis unten Wasser austritt, und leere danach den Untersetzer.

Prüfe vor jeder Gabe zwei bis drei Zentimeter tief mit dem Finger. Bei kühlen Räumen und wenig Licht kann derselbe Topf doppelt so lange brauchen wie im Sommer.

Ein Standort direkt über einem Heizkörper dreht das um. Dort trocknet der Ballen schneller aus als im Sommer, obwohl die Pflanze kaum wächst. Solche Töpfe brauchen häufiger Wasser, nicht seltener.

Nimm Wasser mit Zimmertemperatur. Kaltes Leitungswasser trifft auf Wurzeln, die es in einem beheizten Raum warm gewohnt sind.

Dauernasse Erde bei niedriger Temperatur ist die häufigste Verlustursache im Winter. Die Wurzeln arbeiten langsam, das Wasser bleibt stehen, und daraus wird Wurzelfäule.

Der Untersetzer wird nach zehn Minuten geleert. Das gilt im Winter strenger als sonst, weil das Wasser deutlich länger steht.

Ein Finger prüft die Erde eines Topfs zwei bis drei Zentimeter tief
Der Abstand wird länger, geprüft wird weiter mit dem Finger

Heizungsluft und Temperatur

Trockene Heizungsluft zeigt sich zuerst an braunen, trockenen Blattspitzen und Blatträndern. Betroffen sind vor allem Arten mit dünnen Blättern, etwa Farne, Korbmaranten und Zimmerpalmen.

Stell empfindliche Pflanzen zusammen. In einer Gruppe geben die Blätter gemeinsam Wasser ab und die Luft zwischen ihnen bleibt feuchter als im freien Raum.

Eine Schale mit Wasser und Kieseln unter dem Topf hilft, solange der Topf über dem Wasser steht und nicht darin. Sprühen wirkt nur für Minuten und ersetzt das nicht.

Der wirksamste Schritt ist ein anderer Platz. Ein Zimmer, das kühler und weniger beheizt ist, hat von allein eine höhere Luftfeuchtigkeit.

Kalte Fensterbänke sind ein eigenes Problem. Zwischen Scheibe und Blättern kann es empfindlich kühl sein, während der Raum warm ist. Eine Styroporplatte oder ein Holzbrett unter dem Topf hält die Wurzeln von der kalten Fläche fern.

Beim Stoßlüften rückst du die Pflanze zur Seite. Kalte Zugluft direkt auf warme Blätter führt bei Birkenfeige und anderen empfindlichen Arten innerhalb weniger Tage zu Blattfall.

Mr. Kitty stellt eine Pflanze auf eine Kiesschale mit Wasser
Über der Kiesschale und weg von der Heizung bleibt die Luft feuchter

Düngen, Umtopfen und Schneiden

Dünge im Winter nicht. Eine Pflanze, die bei wenig Licht kaum wächst, nimmt die Nährstoffe nicht auf, und die Salze bleiben im Ballen zurück.

Die Ausnahme sind Pflanzen, die im Winter aktiv sind oder blühen, etwa Alpenveilchen, Weihnachtskaktus und Amaryllis. Sie bekommen eine schwache Gabe, solange sie im Trieb stehen.

Topfe im Winter nur um, wenn ein Problem dazu zwingt, etwa dauernasse Erde, weiche braune Wurzeln oder ein zerbrochener Topf. Ohne Anlass wartest du bis zum Frühjahr.

Größere Rückschnitte verschiebst du ebenfalls. Die Pflanze treibt jetzt kaum aus, und die Schnittstellen bleiben lange offen. Einzelne kaputte Blätter kannst du jederzeit entfernen.

Schädlinge im Winter

Spinnmilben sind der typische Winterschädling. Warme, trockene Luft ist ihre beste Bedingung, und in beheizten Räumen vermehren sie sich schnell.

Sieh die Blattunterseiten regelmäßig an, besonders bei Pflanzen über der Heizung. Feine helle Sprenkel auf der Blattoberseite und zarte Gespinste in den Blattachseln sind die ersten Anzeichen.

Wollläuse kommen im Winter ebenfalls häufiger vor. Sie sitzen als weiße Wattepunkte in Blattachseln und an Trieben und fallen zwischen dichten Blättern lange nicht auf.

Sieh neue Pflanzen und Weihnachtsgeschenke aus dem Handel genau an, bevor sie zu den anderen kommen. Zwei Wochen an einem eigenen Platz reichen, um einen Befall zu bemerken.

Feine Gespinste zwischen Blatt und Stiel und helle Sprenkel
Trockene Heizungsluft bringt Spinnmilben: Sprenkel und feine Gespinste

Kühle Winterquartiere und Winterblüher

Nicht jede Zimmerpflanze will im Winter ins warme Wohnzimmer. Kakteen, viele Sukkulenten, Zitruspflanzen, Oleander und Olivenbaum brauchen einen hellen, kühlen Platz, an dem sie kaum gegossen werden.

Diese kühle Ruhephase ist bei vielen Arten die Voraussetzung für die Blüte im nächsten Jahr. Ein durchgehend warmer Standort kostet sie.

Alpenveilchen halten in einem warmen Zimmer nur kurz. Sie blühen lange, wenn sie kühl und hell stehen und von unten gegossen werden.

Der Weihnachtskaktus ist kein Wüstenkaktus. Er will gleichmäßig feucht stehen und wirft seine Knospen ab, wenn er in der Knospenzeit umgestellt oder gedreht wird.

Bring Pflanzen, die draußen standen, rechtzeitig herein, bevor die Nächte kalt werden. Sieh sie vorher auf Schädlinge durch und spüle die Blätter ab.

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Häufige Fragen

Wie oft muss man Zimmerpflanzen im Winter gießen?

Seltener als im Sommer, aber weiterhin nach der Fingerprobe. Prüfe zwei bis drei Zentimeter tief und gieße erst, wenn es dort trocken ist. Pflanzen direkt über einem Heizkörper sind die Ausnahme, dort trocknet der Ballen sogar schneller aus.

Soll man Zimmerpflanzen im Winter düngen?

In der Regel nicht, weil sie bei wenig Licht kaum wachsen und die Nährstoffe im Topf bleiben. Pflanzen, die im Winter blühen oder aktiv treiben, bekommen eine schwache Gabe, solange sie im Trieb stehen.

Was hilft gegen trockene Heizungsluft bei Zimmerpflanzen?

Pflanzen zusammenstellen, den Topf auf eine Schale mit Wasser und Kieseln setzen, ohne dass er im Wasser steht, oder einen kühleren Raum wählen. Sprühen wirkt nur kurz und ersetzt keine der drei Maßnahmen.

Warum verliert meine Zimmerpflanze im Winter Blätter?

Meist wegen zu wenig Licht, kalter Zugluft am Fenster oder dauernasser Erde. Einzelne alte untere Blätter abzuwerfen ist normal. Fallen viele Blätter innerhalb weniger Tage, sieh zuerst nach Zugluft und nach der Feuchte im Topf.

Wo stellt man Zimmerpflanzen im Winter am besten hin?

So nah wie möglich ans hellste Fenster und nicht direkt über einen Heizkörper. Zwischen Blättern und kalter Scheibe sollte etwas Abstand bleiben, und beim Lüften rückst du die Pflanze zur Seite.

Brauchen Zimmerpflanzen im Winter eine Pflanzenlampe?

Nötig ist sie nicht für jede Pflanze, aber sie ist der einzige echte Ersatz für fehlendes Licht. Sinnvoll wird sie an dunklen Standorten, bei lichthungrigen Arten und dann, wenn Triebe im Winter lang und blass werden.

Zuletzt geprüft: 2026-09-07