Kakteen pflegen
Viel Sonne im Sommer, kühl und trocken im Winter. Diese Winterruhe ist der Grund, warum ein Kaktus im Wohnzimmer blüht oder eben nicht.
Ein Kaktus im Wohnzimmer braucht zwei Dinge, die er dort selten bekommt: sehr viel Licht im Sommer und einen kühlen, trockenen Winter. Wer beides gibt, hat wenig Arbeit und irgendwann Blüten.
Beim Gießen zählt der Zustand des Substrats bis zum Topfboden, nicht die Oberfläche. Ein Kaktus verzeiht eine vergessene Wassergabe leicht und eine dauernd feuchte Erde gar nicht.
Licht und Standort
Stelle Kakteen an das hellste Fenster, das du hast. Ein Südfenster mit direkter Sonne über mehrere Stunden ist der Standort, an dem Wuchsform und Bedornung so bleiben, wie sie beim Kauf waren.
Zu wenig Licht zeigt sich am neuen Wuchs. Ein Säulenkaktus wird oben plötzlich dünner und blasser als unten, ein Kugelkaktus bekommt eine spitze, ausgezogene Mitte. Diese Stelle bleibt dauerhaft sichtbar.
Nach dem Winter gewöhnst du die Pflanze langsam an die Sonne. Zwei bis drei Wochen mit steigender Dauer verhindern helle, trockene Flecken auf der dem Fenster zugewandten Seite. Solche Verbrennungen bleiben.
Von Mai bis September steht ein Kaktus gern draußen an einem Platz, an dem er keinen Dauerregen abbekommt. Der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht tut ihm gut.
Dreh den Topf nicht ständig. Die bisher vom Fenster abgewandte Seite ist an direkte Sonne nicht gewöhnt und bekommt nach einem plötzlichen Wechsel der Ausrichtung leicht helle, trockene Verbrennungsflecken.
Weihnachtskaktus und Osterkaktus gehören nicht in diese Beschreibung. Sie wachsen in ihrer Heimat auf Bäumen, vertragen keine pralle Mittagssonne und wollen deutlich mehr Wasser als ein Wüstenkaktus.

Gießen im Sommer
Gieße im Wachstum durchdringend, bis unten Wasser aus dem Topf läuft, und leere den Untersetzer danach. Ein Kaktus nimmt in kurzer Zeit viel Wasser auf, wenn seine Wurzeln aktiv sind.
Danach wartest du, bis das Substrat vollständig trocken ist. Prüfe mit einem Holzstäbchen bis zum Topfboden oder hebe den Topf an, weil die mineralische Oberfläche schon nach einem Tag trocken aussieht, während unten noch Wasser steht.
Gieße auf das Substrat, nicht über den Körper der Pflanze. Wasser, das im Scheitel stehen bleibt, führt bei einigen Arten zu Flecken und Fäulnis.
Hartes Leitungswasser kann weiße Mineralablagerungen am Topf und an der Pflanze hinterlassen. Stehenlassen entfernt die gelösten Härtemineralien nicht. Regenwasser oder demineralisiertes Wasser verringert diesen Eintrag. Verwende kein mit Natrium enthärtetes Wasser.
Ein Kaktus, der im Sommer wochenlang trocken steht, schrumpft leicht und legt Falten an. Nach dem Gießen füllt er sich wieder auf. Weiche, glasige Stellen dagegen sind kein Durst, sondern zu viel Wasser.

Die kühle Winterruhe
Von etwa Oktober bis Februar steht ein Wüstenkaktus hell und kühl, zum Beispiel in einem ungeheizten Schlafzimmer, im Treppenhaus oder in einem frostfreien Wintergarten.
In dieser Zeit wird nicht gegossen oder höchstens ein kleiner Schluck, wenn die Pflanze stark einfällt. Trockene Erde bei niedriger Temperatur ist die Bedingung, unter der die Wurzeln nicht faulen.
Diese Ruhezeit entscheidet über die Blüte. Die meisten Kakteen legen ihre Knospen nur an, wenn sie mehrere kühle, trockene Monate hinter sich haben. Ein Kaktus, der ganzjährig bei Zimmertemperatur steht, bleibt in der Regel blütenlos.
Im Frühjahr beginnst du langsam. Die erste Wassergabe ist klein, danach steigerst du sie, sobald du neuen Wuchs an der Spitze siehst.
Ein warmer Winterplatz ohne genug Licht ist der schlechteste Fall. Die Pflanze wächst weiter, hat aber zu wenig Licht dafür und bildet den dünnen, blassen Trieb aus, der später nicht mehr verschwindet.
Substrat und Topf
Kakteen brauchen ein Substrat, das Wasser schnell durchlässt und danach zügig abtrocknet. Fertige Kakteenerde mit hohem Anteil an Sand, Bims oder Lava erfüllt das.
Normale Blumenerde lässt sich anpassen, indem du sie etwa zur Hälfte mit mineralischem Material mischst. Die fertige Mischung soll sich in der Hand rau anfühlen und beim Gießen nicht zusammensacken.
Ein Abzugsloch ist Pflicht. Bei Kakteen gilt das noch strenger als bei anderen Zimmerpflanzen, weil sie stehendes Wasser am schnellsten mit Wurzelfäule beantworten.
Ein Tontopf trocknet schneller ab als Kunststoff und passt deshalb gut. Der Topf darf eng sein, viele Arten blühen in einem knappen Gefäß besser.

Kakteen umtopfen
Topfe im Frühjahr um, wenn der Ballen durchwurzelt ist, der Kaktus den Topfrand erreicht hat oder das Substrat nach Jahren verbraucht wirkt.
Das Substrat muss dabei trocken sein. Aus trockener Erde lässt sich die Pflanze fast staubfrei herausnehmen und die Wurzeln reißen weniger.
Düngen und häufige Probleme
Dünge nur im Wachstum von Frühjahr bis Spätsommer und mit einem Kakteendünger, der wenig Stickstoff enthält. Zu viel Stickstoff treibt weiches Gewebe, das aufplatzt und Narben hinterlässt.
Eine harte, braune, verkorkte Schicht am Fuß älterer Pflanzen ist normale Alterung und kein Schaden. Sie beginnt unten und wächst langsam nach oben.
Weiche, dunkle Stellen an der Basis sind dagegen Fäulnis. Sie kommt von zu viel Wasser, besonders bei kühler Witterung. Schneide oberhalb der befallenen Stelle ab, bis das Gewebe sauber ist, lass die Schnittfläche zwei Wochen abtrocknen und bewurzle den Kopf auf trockenem Substrat.
Wollläuse sitzen als weiße Wattepunkte zwischen den Rippen und an den Dornenpolstern. Auch an den Wurzeln kommen sie vor, dort siehst du sie erst beim Umtopfen als weißen Belag am Ballen.
Manches, was wie ein Kaktus aussieht, ist keiner. Dreikantige Wolfsmilch und Christusdorn haben Dornen und Milchsaft, der an Schnittstellen austritt. Wische ihn ab und wasche danach Hände und Werkzeug.
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Häufige Fragen
Wie oft muss man Kakteen gießen?
Im Sommer, sobald das Substrat bis zum Topfboden trocken ist, was je nach Standort etwa alle ein bis drei Wochen der Fall ist. Im kühlen Winterquartier gießt du gar nicht oder nur einen kleinen Schluck, wenn die Pflanze sichtbar einfällt.
Wann topft man Kakteen um?
Im Frühjahr, sobald der Ballen durchwurzelt ist oder die Pflanze den Topfrand erreicht hat. Das Substrat sollte dabei trocken sein, und nach dem Umtopfen wartest du etwa eine Woche bis zur ersten Wassergabe.
Wie topft man einen Kaktus um, ohne sich zu stechen?
Mit einem mehrfach gefalteten Streifen Zeitungspapier, den du wie einen Gürtel um die Pflanze legst und an den Enden festhältst. Dicke Lederhandschuhe oder eine Zange mit Papier dazwischen erfüllen denselben Zweck.
Warum blüht mein Kaktus nicht?
Meist fehlt die kühle, trockene Winterruhe. Die meisten Arten legen ihre Knospen nur nach mehreren kühlen Monaten ohne Wasser an. Zu wenig Licht im Sommer und ein zu großer Topf sind die beiden anderen häufigen Gründe.
Welche Erde brauchen Kakteen?
Ein durchlässiges, mineralisch geprägtes Substrat. Fertige Kakteenerde passt, ebenso Blumenerde, die zur Hälfte mit Sand, Bims oder Lava gemischt ist. Die fertige Mischung muss nach dem Gießen rasch wieder abtrocknen.
Warum wird mein Kaktus unten braun?
Eine harte, trockene und korkige Braunfärbung am Fuß ist Alterung und harmlos. Weiche, dunkle und feuchte Stellen sind Fäulnis durch zu viel Wasser, dort hilft nur, oberhalb ins gesunde Gewebe zu schneiden und den Kopf neu zu bewurzeln.
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