Fühl also immer erst die Erde, bevor du auf hängende Blätter mit der Gießkanne reagierst. Bei nasser Erde ist Gießen die falsche Antwort.
Vier Beobachtungen am Topf und an der Pflanze
Diese vier Punkte trennen Staunässe von Trockenheit, und sie kosten dich eine Minute.
- Fingerprobe: zwei bis drei Zentimeter tief noch feucht, obwohl das letzte Gießen Tage her ist.
- Topfgewicht: der Topf bleibt schwer, statt zwischendurch leichter zu werden.
- Untersetzer und Übertopf: es steht Wasser darin.
- Geruch und Stängelbasis: die Erde riecht säuerlich, der Trieb ist unten weich.
Sieh dir an
- 01Wie feucht die Erde zwei bis drei Zentimeter tief ist
- 02Ob der Topf dauerhaft schwer bleibt
- 03Ob Wasser im Untersetzer oder Übertopf steht
- 04Ob die Erde säuerlich riecht
- 05Ob die Stängelbasis weich ist
Häufigste Ursache
Zu häufig gegossen
Das ist die häufigste Ursache und die, die sich am leichtesten abstellen lässt. Gegossen wird nach dem Zustand der Erde, nicht nach einem Wochentag.
Steck vor jedem Gießen den Finger zwei bis drei Zentimeter tief hinein. Fühlt es sich dort feucht an, wartest du und prüfst in zwei Tagen erneut. Das Topfgewicht ist der zweite Anhaltspunkt und oft der ehrlichere, weil die Oberfläche schneller abtrocknet als der Ballen.
Wie oft das ist, hängt von Art, Topfgröße, Substrat, Licht und Jahreszeit ab. Dieselbe Pflanze braucht im hellen Sommer deutlich mehr Wasser als im Dezember.
Gieß dann durchdringend, bis unten Wasser austritt, statt täglich einen Schluck zu geben. Kleine Mengen erreichen nur die obere Schicht, und die Wurzeln unten bleiben trocken, während oben alles dauernd feucht ist.
Was du jetzt tust

Das Wasser kann nicht abfließen
Der Kulturtopf braucht ein offenes Loch im Boden. Ein Ziertopf ohne Loch sammelt jedes überschüssige Milliliter direkt am Wurzelballen.
Prüf nach dem Gießen den Untersetzer und den Übertopf. Was nach einer halben Stunde noch darin steht, schüttest du weg. Bei großen, schweren Töpfen zieht ein Schwamm oder ein kleiner Becher das Wasser heraus.
Eine Schicht Blähton am Boden des Übertopfs hält den Kulturtopf über der nassen Zone. Im Kulturtopf selbst ersetzt eine Drainageschicht das Abzugsloch nicht.
Verklebte Löcher sind ein stiller Grund. Sieh dir den Topfboden an, wenn du die Pflanze das nächste Mal anhebst, und mach zugewachsene Öffnungen frei.
Woran du es erkennst
Was du jetzt tust

Zu großer Topf oder verdichtetes Substrat
In einem deutlich zu großen Topf steht viel Erde ohne Wurzeln darin. Diese Bereiche trocknen kaum ab und bleiben nach jedem Gießen wochenlang nass. Der neue Topf sollte nur wenige Zentimeter mehr Durchmesser haben als der alte.
Altes, zusammengesacktes Substrat hat dasselbe Problem. Wenn die Erde nach Jahren im Topf dicht und schmierig ist, hält sie Wasser und lässt keine Luft mehr durch.
Misch beim Umtopfen Perlit, Bims oder groben Sand unter die Erde, wenn deine Pflanze eher durchlässig stehen mag. Für Arten mit dicken, fleischigen Wurzeln und für Sukkulenten ist das der wichtigere Teil des Umtopfens.
Ton- und Kunststofftöpfe verhalten sich unterschiedlich. Ein Tontopf gibt Feuchtigkeit über die Wand ab, in einem Kunststofftopf bleibt derselbe Ballen länger nass.
Woran du es erkennst
Was du jetzt tust

Kühler Standort und eine Pflanze, die gerade nicht wächst
Wasserverbrauch hängt am Wachstum. Im dunklen Winterhalbjahr, an einem kühlen Platz oder nach einem starken Rückschnitt zieht eine Pflanze deutlich weniger Wasser als im Sommer, und dieselbe Gießmenge wird dann zu viel.
Geh im Winter mit der Menge zurück und verlängere die Abstände, statt das Sommerprogramm weiterzufahren. Die Fingerprobe zeigt dir den Unterschied deutlich.
Achte auf kalte Fensterbänke und Zugluft. Kalte Erde trocknet langsamer ab, und kalte, nasse Wurzeln sind der Zustand, in dem Fäulnis am schnellsten anfängt.
Frisch umgetopfte Pflanzen brauchen ebenfalls weniger. Die Wurzeln haben das neue Substrat noch nicht erschlossen, deshalb bleibt es zunächst länger feucht.
Woran du es erkennst
Was du jetzt tust
So sehen faule Wurzeln aus und so schneidest du
Nimm die Pflanze aus dem Topf und schüttele die Erde vorsichtig ab. Gesunde Wurzeln sind fest und hell, oft weiß bis hellbraun, und geben beim Ziehen nicht nach.
Faule Wurzeln sind dunkelbraun bis schwarz, weich und riechen unangenehm. Die äußere Hülle lässt sich zwischen den Fingern abstreifen und ein dünner Faden bleibt übrig. Spül den Ballen unter lauwarmem Wasser ab, damit du siehst, was noch fest ist.
Schneide alles Weiche mit einer sauberen Schere weg, bis du festes, helles Gewebe erreichst. Wisch die Klinge zwischendurch ab. Fehlt danach ein großer Teil der Wurzeln, kürzt du auch oben Blätter und Triebe ein, damit die Pflanze nicht mehr versorgen muss, als sie kann.
Setz sie danach in frisches, durchlässiges Substrat und in einen Topf, der zur verbliebenen Wurzelmenge passt. Ein größerer Topf ist an dieser Stelle das Gegenteil von Hilfe.

Die ersten Wochen nach dem Rückschnitt
Gieß nach dem Umtopfen einmal an und danach sparsam. Wenige Wurzeln nehmen wenig Wasser auf, und genau jetzt wiederholt sich der Fehler am schnellsten.
Stell die Pflanze hell, aber aus der harten Mittagssonne, und dünge mehrere Wochen nicht. Frisch geschnittene Wurzeln reagieren empfindlich auf Salz, und frische Erde bringt ohnehin Nährstoffe mit.
Rechne mit Blättern, die in dieser Zeit noch abfallen. Ob die Rettung funktioniert hat, liest du am neuen Trieb ab, nicht am alten Laub.
Ist der Stängel bis in den oberen Bereich weich und keine feste Wurzel mehr vorhanden, ist die Pflanze nicht mehr zu retten. Schneide dann gesunde Triebspitzen ab und zieh daraus Stecklinge, solange sie fest sind.
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Häufige Fragen
Wie erkenne ich Wurzelfäule?
Die Erde bleibt tagelang nass, der Topf bleibt schwer und die Blätter hängen trotzdem. Kommt ein säuerlicher Geruch oder eine weiche Stelle am Stängelgrund dazu, topf die Pflanze aus und sieh dir die Wurzeln an. Braune, weiche Wurzeln, deren Hülle sich abstreifen lässt, sind faul.
Kann sich eine Pflanze von Wurzelfäule erholen?
Ja, solange ein Teil fester, heller Wurzeln übrig ist. Schneide alles Weiche weg, setz die Pflanze in frisches durchlässiges Substrat und gieß danach sparsam. Den Erfolg erkennst du am neuen Trieb, nicht am alten Laub.
Was tun bei Staunässe?
Hör sofort mit dem Gießen auf und schütte das Wasser aus Untersetzer und Übertopf weg. Prüf, ob der Kulturtopf ein offenes Loch hat, und lass die Erde abtrocknen. Bleibt sie trotzdem tagelang nass, topf die Pflanze aus und sieh dir die Wurzeln an.
Wie sieht eine faule Wurzel aus?
Dunkelbraun bis schwarz, weich und matschig, mit einer Hülle, die sich zwischen den Fingern abziehen lässt. Übrig bleibt ein dünner Faden. Feste, helle Wurzeln, die beim Ziehen halten, sind gesund.
Soll ich bei Wurzelfäule in einen größeren Topf umtopfen?
Nein. Nach dem Wegschneiden ist weniger Wurzelmasse da, und ein großer Topf hält viel nasse Erde ohne Wurzeln. Nimm einen Topf, der zur verbliebenen Wurzelmenge passt.
Wie vermeide ich Staunässe bei einem Topf ohne Loch?
Lass die Pflanze im Kulturtopf mit Loch und stell diesen in den Ziertopf. Nach dem Gießen kippst du das Wasser aus dem Ziertopf weg. Direkt in ein geschlossenes Gefäß gepflanzt lässt sich die Wassermenge kaum zuverlässig steuern.
Zuletzt geprüft: 2026-09-07

