Sukkulenten pflegen
Trockengebiet-Sukkulenten brauchen viel Licht und trockenes Substrat zwischen den Wassergaben. Regenwald-Sukkulenten mögen indirektes Licht und mehr Wasser.
Trockengebiet-Sukkulenten speichern Wasser in Blättern oder Trieben. Nachlassende Festigkeit kann anzeigen, dass ihr Vorrat sinkt. Regenwald-Sukkulenten speichern ebenfalls Wasser, stammen aber aus feuchteren, schattigeren Lebensräumen und folgen einem anderen Rhythmus.
Bei Trockengebiet-Sukkulenten sind zu wenig Licht und zu häufiges Gießen eine gefährliche Kombination, weil die Pflanze im Halbdunkel Wasser langsam verbraucht. Regenwald-Sukkulenten brauchen helles indirektes Licht und häufiger Wasser, ohne dauerhaft nass zu stehen.
Licht und Standort
Trockengebiet-Sukkulenten stellst du an einen der hellsten Plätze. Sonnenliebende Arten bekommen nach langsamer Gewöhnung direkte Sonne. Regenwald-Sukkulenten wie der Weihnachtskaktus mögen helles indirektes Licht oder Halbschatten.
Zu wenig Licht siehst du am Wuchs. Die Pflanze streckt sich zum Fenster, die Abstände zwischen den Blättern werden größer und die Rosette verliert ihre kompakte Form. Dieser Zustand geht nicht zurück. Die gestreckten Teile bleiben so, und nur der neue Austrieb an einem helleren Platz wächst wieder dicht.
Auch die Farbe verrät den Standort. Viele Arten färben sich bei viel Licht rötlich oder bekommen einen dunklen Rand, während sie im Schatten einheitlich blassgrün bleiben.
Eine Pflanze, die den Winter hinter der Gardine verbracht hat, kommt nicht im März direkt in die volle Mittagssonne. Gewöhne sie über zwei bis drei Wochen daran, sonst entstehen trockene, hellbraune Flecken auf den Blättern. Diese Stellen sind Verbrennungen und wachsen nicht wieder heraus.
Im Sommer stehen Sukkulenten gern draußen an einem regengeschützten Platz. Der stärkere Wind und das direkte Licht machen den Wuchs kompakter als jeder Innenstandort.

Gießen
Gieße eine Trockengebiet-Sukkulente durchdringend und warte danach, bis das Substrat komplett durchgetrocknet ist. Regenwald-Sukkulenten brauchen häufiger Wasser und sollten nicht lange völlig trocken bleiben.
Die Fingerprobe an der Oberfläche reicht bei einer Sukkulente nicht aus. Prüfe mit einem Holzstäbchen bis zum Topfboden oder hebe den Topf an. Ein Topf, der sich noch schwer anfühlt, hat unten Wasser, auch wenn die oberste Schicht staubtrocken ist.
Die Blätter sind das zweite Signal. Werden sie weicher und legen sich feine Falten an, hat die Pflanze aus ihrem Speicher gezehrt und darf gegossen werden. Innerhalb weniger Tage sind die Blätter danach wieder prall.
Gieße auf das Substrat und nicht in die Rosette. Wasser, das zwischen den dicht stehenden Blättern in der Mitte hängen bleibt, führt dort zu Fäulnis.
Im Winter braucht eine Sukkulente an einem kühlen Platz sehr wenig. Bleibt sie in einem warmen, hellen Raum, wächst sie weiter und wird auch weiter gegossen, nur seltener als im Sommer.
Zu viel Wasser erkennst du an glasigen, durchscheinenden Blättern, die auf Druck nachgeben und sich leicht ablösen. Meist beginnt das unten. Nimm die Pflanze dann aus dem Topf und sieh dir die Wurzeln an.
Substrat und Topf
Sukkulenten brauchen ein Substrat, das nach dem Gießen schnell wieder abtrocknet. Kakteenerde mit hohem mineralischem Anteil erfüllt das, ebenso normale Zimmerpflanzenerde, die du zur Hälfte mit Bims, Lava, grobem Sand oder Perlite mischst.
Feine, torfhaltige Universalerde allein hält zu lange Wasser. Sie sackt beim Gießen zusammen und drückt die Luft aus dem Ballen.
Ein Abzugsloch ist Pflicht. Dekorative Gläser, Schalen ohne Loch und geschlossene Übertöpfe sammeln das Wasser unter der Pflanze, wo du es nicht siehst.
Ton hilft, weil er Wasser über die Wand abgibt und der Ballen dadurch schneller abtrocknet. In einem Kunststofftopf funktioniert es ebenfalls, du musst dann nur länger warten.
Eine Schicht Dekokies auf der Oberfläche hält die Erde darunter länger feucht und macht die Fingerprobe unmöglich. Wenn du sie haben willst, prüfe die Feuchte stattdessen mit einem Stäbchen.

Düngen und Umtopfen
Sukkulenten wachsen langsam und brauchen wenig. Eine schwache Gabe Kakteendünger während der Wachstumsmonate reicht aus. Zu viel Stickstoff treibt weiches, wasserreiches Gewebe, das leichter fault und die typische Form der Art verliert.
Topfe um, wenn der Ballen durchwurzelt ist oder die Rosette über den Topfrand hinausragt. Der neue Topf wird eine Nummer größer, sonst bleibt zu viel Substrat ohne Wurzeln darin nass.
Topfe im trockenen Zustand um. So löst sich das mineralische Substrat leicht von den Wurzeln und die Wurzeln brechen weniger.
Warte nach dem Umtopfen einige Tage, bevor du das erste Mal gießt. Kleine Verletzungen an den Wurzeln trocknen in dieser Zeit ab statt im nassen Substrat zu faulen.
Sukkulenten vermehren
Bei vielen Arten mit dicken Blättern reicht ein einzelnes Blatt. Drehe es sauber vom Stamm ab, sodass kein Rest am Trieb hängen bleibt. Ein abgerissenes Blatt ohne Ansatzstelle treibt nicht aus.
Lass die Blätter danach zwei bis drei Tage an der Luft liegen, bis die Ansatzstelle verkorkt ist. Erst dann legst du sie flach auf trockenes Substrat, sodass die verkorkte Ansatzstelle das Substrat berührt oder knapp darüber liegt, ohne sie einzugraben.
Sprühe die Oberfläche alle paar Tage leicht an. Es hat geklappt, wenn an der Ansatzstelle feine Wurzeln und eine kleine Rosette erscheinen. Das alte Blatt versorgt den Nachwuchs, schrumpft dabei und fällt am Ende von allein ab.
Aloe, Haworthia und viele Rosettenarten bilden Kindel an der Basis. Trenne ein Kindel mit eigenen Wurzeln beim Umtopfen ab, lass die Trennstelle einen Tag abtrocknen und topfe es dann in mineralisches Substrat.
Bei gestreckten Pflanzen hilft ein Kopfsteckling. Schneide den Kopf mit einer sauberen Klinge ab, lass die Schnittstelle einige Tage trocknen und setze ihn danach in trockenes Substrat. Der Rest im Topf treibt meist unterhalb der Schnittstelle neu aus, oft sogar mehrfach.
Stecklinge und Blätter stehen hell, aber nicht in der prallen Mittagssonne. Ohne Wurzeln kann die Pflanze den Wasserverlust noch nicht ausgleichen.

Was häufig schiefgeht
Wollläuse setzen sich in den Blattachseln fest, wo sie schwer zu sehen sind. Zwischen dicht stehenden Blättern sammeln sich weiße, watteartige Punkte. Sieh dort regelmäßig nach, besonders bei Pflanzen, die im Winter warm und dunkel stehen.
Schwarze, weiche Stellen am Stamm knapp über dem Substrat sind Stammfäule. Schneide oberhalb der befallenen Stelle ab, bis die Schnittfläche sauber und hell ist, und bewurzle den Kopf neu. Der untere Rest ist verloren.
Braune, trockene Blattspitzen an sonst festen Blättern gehören zum Alter. Untere Blätter, die eintrocknen und papierdünn werden, streift die Pflanze ab, das ist normaler Wuchs.
Eine Sukkulente, die im Winter lang und dünn austreibt, hat zu warm und zu dunkel gestanden. Ein kühlerer Platz senkt den Trieb und die Pflanze wartet auf mehr Licht, statt es im Dunkeln zu suchen.
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Häufige Fragen
Wie oft muss man Sukkulenten gießen?
Bei einer Trockengebiet-Sukkulente wartest du, bis das Substrat bis zum Topfboden durchgetrocknet ist, und prüfst mit Holzstäbchen oder Topfgewicht. Regenwald-Sukkulenten brauchen häufiger Wasser und sollten nicht lange völlig trocken bleiben.
Wie vermehrt man Sukkulenten?
Über Blätter, Kindel oder Kopfstecklinge. Ein sauber abgedrehtes Blatt trocknet zwei bis drei Tage ab und liegt danach auf trockenem Substrat, bis Wurzeln und eine kleine Rosette erscheinen. Kindel mit eigenen Wurzeln lassen sich beim Umtopfen sofort abtrennen.
Warum werden Sukkulenten weich und matschig?
Weil zu viel Wasser im Topf steht. Glasige, durchscheinende Blätter, die sich lösen, sind der erste Befund, und die Ursache sitzt an den Wurzeln. Nimm die Pflanze aus dem Topf, schneide braune weiche Wurzeln weg und setze sie in trockenes, mineralisches Substrat.
Welche Erde brauchen Sukkulenten?
Ein Substrat mit hohem mineralischem Anteil, das rasch abtrocknet. Fertige Kakteenerde passt, ebenso Zimmerpflanzenerde, die zur Hälfte mit Bims, Lava oder grobem Sand gemischt ist.
Vertragen Sukkulenten direkte Sonne?
Viele Trockengebiet-Sukkulenten vertragen nach langsamer Gewöhnung mehrere Stunden direkte Sonne. Regenwald-Sukkulenten wie der Weihnachtskaktus mögen helles indirektes Licht oder Halbschatten.
Wie überwintert man Sukkulenten?
Viele Trockengebiet-Sukkulenten ruhen an einem hellen, kühlen Platz mit wenig Wasser. Regenwald-Sukkulenten brauchen artspezifische Winterpflege und meist gleichmäßigere Feuchtigkeit.
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