Im Laden brauchst du dafür drei Minuten. Du siehst dir den Topfballen an, drehst ein paar Blätter um und prüfst, ob der Neutrieb frisch ist.

Erst den Platz ansehen, dann die Pflanze

Entscheide zu Hause, wo die Pflanze stehen soll, und sieh dir diesen Platz an einem normalen Tag an. Wie weit ist er vom Fenster entfernt, in welche Richtung zeigt das Fenster, und steht etwas davor.

Ein Platz mehr als zwei Meter vom Fenster entfernt bekommt deutlich weniger Licht, als er auf den ersten Blick wirkt. Das Auge gleicht Helligkeit aus, eine Pflanze nicht.

Nimm dazu die Temperatur und den Luftzug. Direkt über einer Heizung, neben einer oft geöffneten Tür und in einem Zimmer, das im Winter kaum geheizt wird, gelten andere Bedingungen als im Rest der Wohnung.

Mit diesen Angaben im Kopf suchst du im Laden gezielt und lässt dich nicht von einer Pflanze überzeugen, die für dein Fenster zu viel Licht braucht.

Wo du kaufst und was das ändert

In einer Gärtnerei und in einem gut geführten Gartencenter stehen die Pflanzen unter Bedingungen, die zu ihnen passen, und werden von Personal betreut, das die Art kennt. Die Auswahl ist kleiner, die Qualität in der Regel gleichmäßiger.

Im Baumarkt und im Supermarkt stehen Zimmerpflanzen oft im Zug der Eingangstür, im Dunkeln oder in Wasser, das im Übertopf steht. Dort lohnt sich das Prüfen besonders, denn zwischen zwei Exemplaren derselben Lieferung liegen manchmal Welten.

Wochenmärkte und kleine Läden verkaufen häufig Pflanzen, die kürzer unterwegs waren. Frag nach, wann die Lieferung kam. Eine Pflanze, die seit einem Tag dasteht, hatte weniger Zeit, Schaden zu nehmen.

Was du am Exemplar prüfst

Nimm die Pflanze aus dem Übertopf und heb den Topf an. Ein leichter Topf mit staubtrockener Erde und ein Topf, der unten im Wasser stand, sind beide ein schlechtes Zeichen.

Sieh dir den Boden des Topfes an. Ein paar Wurzeln am Abzugsloch sind normal. Ein Ballen, der sich nur noch aus Wurzeln zusammensetzt und den Topf sprengt, bedeutet, dass die Pflanze zu lange in diesem Topf stand.

Dreh danach mehrere Blätter um und sieh dir bei gutem Licht die Unterseiten, die Blattachseln und die Triebspitzen an. Das ist der Ort, an dem Schädlinge sitzen, und der Grund, warum sie so oft mit nach Hause kommen.

Prüf zuletzt den Neutrieb. Frische, gleichmäßig geformte Blätter an der Spitze zeigen, dass die Pflanze zuletzt gute Bedingungen hatte.

  • Fester Ballen, Erde weder staubtrocken noch triefend nass.
  • Wenige Wurzeln am Abzugsloch statt eines reinen Wurzelklumpens.
  • Blattunterseiten und Blattachseln ohne Tiere, Gespinste oder klebrigen Film.
  • Fester Stiel direkt über der Erde, keine weiche dunkle Stelle.
  • Neutrieb an der Spitze, gleichmäßig geformt und in normaler Farbe.
  • Bei blühenden Pflanzen: viele geschlossene Knospen statt offener Blüten.
Ein dichter Wurzelballen mit Wurzeln, die aus dem Abzugsloch wachsen
Ein paar Wurzeln am Abzugsloch sind normal, ein dichter Filz nicht

Warnzeichen, bei denen du die Pflanze stehen lässt

Ein klebriger Film auf den Blättern oder auf der Verpackung bedeutet, dass saugende Tiere an der Pflanze sitzen oder saßen. Nimm die Pflanze nicht mit, auch wenn du keine Tiere findest.

Weiche, dunkle Stellen am Stiel über der Erde und säuerlich riechende Erde sprechen für Fäule. Diese Pflanze kommt selten zurück, egal was du danach machst.

Kleine schwarze Mücken, die auffliegen, wenn du den Topf bewegst, sind Trauermücken. Sie sind harmlos für dich, verteilen sich aber über die ganze Wohnung.

Eine Pflanze mit vielen bereits offenen Blüten sieht im Laden am besten aus und hat den kürzesten Rest. Mit Knospen kaufst du mehr Zeit.

Mr. Kitty schabt einen braunen Schildlaus-Höcker vom Stiel
Braune Höcker und klebriges Laub sprechen gegen den Kauf

Der Weg nach Hause

Zwischen November und März ist der Transport der kritischste Teil des Kaufs. Tropische Zimmerpflanzen nehmen bei wenigen Grad über null Schaden, und du siehst es erst Tage später am Blattfall.

Lass dir die Pflanze einpacken oder nimm eine Tüte mit und stell sie im Auto in den Innenraum, nicht in den kalten Kofferraum. Ein Zwischenstopp beim Einkauf mit der Pflanze im Wagen kostet sie mehr als der ganze Weg.

Im Sommer ist das Auto in der Sonne das Gegenstück. Eine halbe Stunde hinter Glas bei Hitze verbrennt die Blätter.

Die ersten Wochen zu Hause

Stell jede neue Pflanze zwei bis drei Wochen abseits der anderen und sieh in dieser Zeit regelmäßig die Blattunterseiten durch. Das ist die einzige zuverlässige Bremse gegen einen Schädling, der mit dem Kauf ins Haus kommt.

Topf nicht sofort um. Die Pflanze stellt sich zuerst auf das Licht in deiner Wohnung ein, und ein Topfwechsel kommt in dieser Phase zusätzlich dazu. Warte, bis sie neu austreibt, außer die Erde ist nass und riecht säuerlich.

Gieß nach dem Topfgewicht und der Fingerprobe statt nach einem Plan. Der Ballen aus der Gärtnerei ist oft aus Torf und trocknet anders ab als deine übrige Erde.

Dünge in den ersten Wochen nicht. Produktionserde bringt genug Nährstoffe für diese Zeit mit.

Ob eine Art für Haustiere oder Kinder unbedenklich ist, steht in ihrer eigenen Pflegeanleitung. Sieh dort nach, bevor die Pflanze an einen Platz kommt, den Katze oder Kind erreichen.

Mr. Kitty stellt die befallene Pflanze getrennt von den anderen
Die neue Pflanze steht zwei bis drei Wochen abseits der anderen

Zimmerpflanzen online kaufen

Beim Kauf im Netz fällt die Prüfung im Laden weg, dafür bekommst du Arten, die vor Ort niemand führt. Achte auf die Angabe der Topfgröße und der Pflanzenhöhe, denn dieselbe Bezeichnung deckt sehr verschiedene Größen ab.

Bestell im Winter nur bei Händlern, die eine beheizte Verpackung anbieten oder den Versand bei Frost aussetzen. Ein Paket, das eine Nacht in einem kalten Verteilzentrum steht, kommt beschädigt an.

Pack die Sendung sofort aus und sieh dir Ballen und Blattunterseiten an. Fotografiere Schäden am Tag der Lieferung, solange die Reklamation noch möglich ist.

Ein paar hängende Blätter direkt nach dem Auspacken sind normal. Stell die Pflanze hell, aber nicht in die pralle Sonne, gieß einmal durchdringend und lass sie danach in Ruhe.

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Häufige Fragen

Worauf sollte ich beim Kauf einer Zimmerpflanze achten?

Auf den Ballen und die Blattunterseiten. Die Erde soll weder staubtrocken noch triefend nass sein, der Stiel über der Erde fest, und auf den Unterseiten dürfen keine Tiere, Gespinste oder klebrigen Stellen sitzen. Frischer Neutrieb an der Spitze ist das beste Zeichen.

Welche Zimmerpflanzen eignen sich für Anfänger?

Arten, die eine vergessene Gießrunde verzeihen und mit mittlerem Licht auskommen. Efeutute, Bogenhanf, Glücksfeder, Grünlilie und Schusterpalme gehören dazu. Sie zeigen Fehler langsam genug, dass du reagieren kannst.

Soll ich eine neue Zimmerpflanze sofort umtopfen?

Meistens nicht. Lass ihr erst einige Wochen Zeit, sich an das Licht in deiner Wohnung zu gewöhnen, und topfe um, wenn sie neu austreibt. Sofort umtopfen solltest du nur, wenn die Erde nass ist und säuerlich riecht.

Wo kauft man Zimmerpflanzen am besten?

In einer Gärtnerei oder einem Gartencenter steht die Ware unter passenden Bedingungen, das gleicht Preisunterschiede oft aus. Im Baumarkt lohnt der Kauf, wenn du selbst prüfst und zwischen mehreren Exemplaren wählst.

Wie transportiere ich Zimmerpflanzen im Winter?

Eingepackt und in einem Zug. Lass die Pflanze im Auto nicht im kalten Kofferraum und mach mit ihr keine Einkaufsrunde. Kälteschaden zeigt sich erst Tage später als Blattfall.

Wie erkenne ich Schädlinge beim Kauf?

Dreh mehrere Blätter um und sieh dir Unterseiten, Blattachseln und Triebspitzen bei gutem Licht an. Klebriger Glanz, feine Gespinste, kleine Höcker auf den Blattadern und auffliegende schwarze Mücken sind Gründe, die Pflanze stehen zu lassen.

Zuletzt geprüft: 2026-09-07