Der Befall sitzt zum größten Teil dort, wo du ihn nicht siehst. Auf den Blattunterseiten kleben unbewegliche Larven, und aus ihnen kommt die nächste Generation. Eine Behandlung, die nur die fliegenden Tiere trifft, verschafft dir eine ruhige Woche.
Woran du die weiße Fliege erkennst
Dreh ein paar Blätter um und sieh dir die Unterseiten an, am besten die jüngeren Blätter im oberen Teil der Pflanze. Dort sitzen die erwachsenen Tiere in Gruppen und laufen bei Störung ein Stück, bevor sie auffliegen.
Auf den Blättern darunter findest du bald einen klebrigen Film. Das ist Honigtau, der Zuckerausscheidung der saugenden Tiere. Er glänzt, fühlt sich beim Anfassen klebrig an und zeigt dir, wie lange der Befall schon läuft.
Verwechseln lässt sich das vor allem mit Trauermücken. Die sind dunkel, steigen beim Gießen aus der Erde auf und halten sich dicht über dem Substrat. Weiße Fliegen sind hell und sitzen an den Blättern.
Die weißen Wattepolster in den Blattachseln gehören dagegen zu Wollläusen. Sie bewegen sich nicht und lassen sich mit dem Fingernagel abheben.
Sieh dir an
- 01Ob beim Berühren weiße Tiere auffliegen
- 02Blattunterseiten der jungen Blätter
- 03Festsitzende helle Schüppchen unten am Blatt
- 04Klebriger Film auf tieferen Blättern
- 05Ob Nachbarpflanzen im selben Raum betroffen sind
Was du jetzt tust

Die Larven sitzen fest auf der Blattunterseite
Nach dem Schlüpfen laufen die Larven kurz und saugen sich dann fest. Ab da bewegen sie sich nicht mehr und sehen aus wie flache, blassgrüne bis weißliche Schüppchen, dicht an dicht auf der Unterseite.
Weil sie festsitzen, fliegen sie beim Abduschen nicht weg und lassen sich auch nicht wegsaugen. Diese Stadien sind der Grund, warum ein Befall drei Wochen nach der ersten Behandlung wieder auffällt.
Nimm eine Lupe oder mach ein scharfes Foto vom Blatt und zoom hinein. Findest du die Schüppchen, gehören die Blattunterseiten in jede weitere Behandlung.
Woran du es erkennst
Was du jetzt tust

Gelbtafeln fangen die erwachsenen Tiere
Weiße Fliegen fliegen Gelb an. Leimtafeln zwischen den Trieben fangen deshalb einen ordentlichen Teil der erwachsenen Tiere ab, bevor sie neue Eier legen.
Häng sie dicht an die Pflanze und wechsle sie, sobald die Fläche belegt ist. Der zweite Nutzen ist die Kontrolle: kleben von Woche zu Woche weniger Tiere, geht der Bestand zurück.

Abduschen, absaugen und am Blatt behandeln
Dusch die Pflanze lauwarm ab und richte den Strahl auf die Blattunterseiten. Halte den Ballen dabei schräg, damit die Erde nicht ausgeschwemmt wird.
Die aufsteigenden Tiere kannst du mit einem Staubsauger aus der Luft holen. Geh dafür langsam über die Pflanze und klopf leicht an einen Trieb, damit sie auffliegen. Das senkt die Zahl der Eier legenden Weibchen spürbar und ersetzt keine Behandlung der Blätter.
Eine Lösung aus Schmierseife oder ein Präparat auf Rapsöl- oder Neembasis wirkt über den Kontakt und trifft auch festsitzende Stadien, wenn du die Unterseiten wirklich benetzt. Sprüh am Abend oder außerhalb der direkten Sonne und teste vorher an einem Blatt, weil weiches und behaartes Laub empfindlich reagiert.
Wiederhole die Behandlung im Abstand, der auf der Packung steht. Eine einzelne Anwendung trifft nie alle Stadien gleichzeitig.
Woran du es erkennst
Was du jetzt tust

Schlupfwespen als biologische Bekämpfung
Gegen die weiße Fliege gibt es eine eingeführte biologische Bekämpfung mit der Schlupfwespe Encarsia formosa. Sie legt ihre Eier in die Larven, die sich dann dunkel verfärben.
Die Tiere kommen auf Kärtchen, die du in die Pflanze hängst. Sie brauchen Wärme und Licht, arbeiten im Winterhalbjahr am Fenster deshalb langsam und vertragen sich nicht mit einer parallelen Spritzbehandlung.
Häng in dieser Zeit auch keine Gelbtafeln auf, weil sie die Schlupfwespen genauso fangen wie die Schädlinge. Entscheide dich pro Raum für einen der beiden Wege.
Woran du es erkennst
Was du jetzt tust
Klebrige Blätter und schwarzer Belag
Auf dem Honigtau siedeln sich Rußtaupilze an. Sie schaden dem Gewebe nicht direkt, legen sich aber als schwarzer, abwischbarer Film über das Blatt und nehmen ihm Licht.
Wisch die Blätter mit einem feuchten Tuch ab, Oberseite und Unterseite. Der Belag geht ab, solange er frisch ist. Solange die Tiere saugen, kommt er wieder.
Prüf auch, was unter der Pflanze steht. Möbel, Fensterbank und Boden bekommen denselben klebrigen Film ab und lassen sich mit warmem Wasser reinigen.
Woran du es erkennst
Was du jetzt tust
Warum der Befall zurückkommt
Eier, festsitzende Larven und fliegende Tiere sind gleichzeitig auf der Pflanze, und kein Mittel erreicht alle drei. Deshalb gehört zu jeder Behandlung eine Wiederholung, bis über zwei Wochen nichts mehr auffliegt.
Ein zweiter Grund steht oft im selben Zimmer. Nimm alle Pflanzen im Raum in die Kontrolle, besonders die mit weichem Laub, und behandle befallene Nachbarn gleich mit.
Pflanzen, die im Sommer draußen standen, bringen den Befall im Herbst mit herein. Sieh dir die Unterseiten an, bevor sie zurück ins Zimmer kommen.
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Häufige Fragen
Was hilft gegen weiße Fliegen an Pflanzen?
Wirksam ist die Kombination aus Gelbtafeln für die fliegenden Tiere und einer Kontaktbehandlung der Blattunterseiten für die festsitzenden Larven. Beides wird wiederholt, bis über zwei Wochen nichts mehr auffliegt. Als biologischer Weg gibt es Schlupfwespen, dann aber ohne parallele Spritzbehandlung.
Woher kommt die weiße Fliege plötzlich?
Meist mit einer neuen Pflanze, mit Schnittblumen oder mit Töpfen, die im Sommer draußen standen. Im warmen Zimmer entwickelt sie sich das ganze Jahr weiter, deshalb fällt sie oft erst im Herbst und Winter auf.
Welche Hausmittel helfen gegen weiße Fliegen?
Eine Schmierseifenlösung auf den Blattunterseiten trifft die Tiere, die sie benetzt, und braucht mehrere Anwendungen. Sie kann weiches oder behaartes Laub schädigen, deshalb testest du sie erst an einem Blatt. Gelbtafeln sind kein Mittel, sondern eine Falle, und senken den Bestand trotzdem messbar.
Sind weiße Fliegen für die Pflanze gefährlich?
Ein starker Befall schwächt die Pflanze, weil viele Tiere gleichzeitig Saft entziehen. Sichtbar wird das an gelblichen, fleckigen Blättern, an klebrigem Honigtau und an Blättern, die vorzeitig abfallen. Eine kräftige Pflanze steckt einen kurzen Befall weg.
Wie lange dauert es, bis weiße Fliegen weg sind?
Rechne mit mehreren Wochen und mit wiederholten Behandlungen, weil ständig neue Larven schlüpfen. Beurteile den Verlauf an den Gelbtafeln und daran, ob beim Anklopfen noch Tiere auffliegen.
Sind das weiße Fliegen oder Trauermücken?
Weiße Fliegen sind hell, sitzen an den Blattunterseiten und hinterlassen klebrige Blätter. Trauermücken sind dunkel, steigen beim Gießen aus der Erde auf und bleiben dicht über dem Substrat. Die Behandlung ist eine völlig andere.
Zuletzt geprüft: 2026-09-07







