Was du vor der Abreise erledigst
Stell die Pflanzen aus der prallen Sonne weg, ein bis zwei Meter tiefer in den Raum. Weniger Licht und weniger Wärme senken den Wasserverbrauch für die Zeit deiner Abwesenheit deutlich, und ein paar Wochen im schwächeren Licht stecken die meisten Arten ohne Schaden weg.
Stell die Töpfe zusammen in eine Gruppe. Die Luft zwischen dicht stehenden Pflanzen trocknet weniger aus, und du hast alle Schläuche und Kegel an einer Stelle. Kippfenster und Balkontüren bleiben zu, weil Zugluft die Töpfe schneller austrocknet.
Gieß am Abreisetag einmal durchdringend, bis unten Wasser abläuft, und schütte die Untersetzer danach aus. Volllaufende Untersetzer als Wasservorrat sind keine gute Idee, weil die Wurzeln über Tage keine Luft mehr bekommen.
Entferne verblühte Blüten, Knospen und angeschlagene Blätter. Sie verbrauchen Wasser und sind bei deiner Rückkehr ohnehin hin. Dünger lässt du in den zwei Wochen vor der Reise weg, und umtopfen verschiebst du auf die Zeit danach.

Bis zu einer Woche
Für sieben Tage genügt bei den meisten Zimmerpflanzen das gründliche Gießen vor der Abfahrt. Sukkulenten, Bogenhanf, Glücksfeder und Kakteen kommen ohnehin länger aus, sie brauchen für eine Woche gar nichts.
Zwei Gruppen brauchen trotzdem Aufmerksamkeit. Farne, Korbmaranten und frisch umgetopfte Pflanzen trocknen schnell durch, und kleine Töpfe unter etwa zwölf Zentimetern halten wenig Vorrat. Für diese stellst du eine Bewässerung auf, auch wenn die Reise kurz ist.
Tonkegel und Bewässerungskugeln
Ein Tonkegel steckt in der Erde und ist über einen Schlauch mit einer Wasserflasche verbunden. Solange die Erde um den Kegel trocken ist, zieht sie Wasser durch die Tonwand nach, und die Abgabe wird langsamer, sobald es dort nass ist. Das macht die Kegel für zwei bis drei Wochen brauchbar, wenn der Vorratsbehälter groß genug ist.
Glaskugeln arbeiten nach demselben Prinzip, geben ihr Wasser aber ohne den Tonwiderstand ab. In lockerer Erde läuft eine Kugel manchmal in einem Tag leer, und in dichter Erde verstopft der Hals mit Substrat. Fülle sie mit klarem Wasser und stecke sie in ein vorher angegossenes Loch, damit die Öffnung frei bleibt.
Beide Varianten misst du vorher aus. Setz den Kegel oder die Kugel eine Woche vor der Reise ein und markiere den Wasserstand jeden Tag mit einem Stift an der Flasche. Aus dem täglichen Verbrauch siehst du, ob der Vorrat für deine Reisedauer reicht oder ob du eine größere Flasche brauchst.

Dochtbewässerung mit Schnur
Bei der Dochtbewässerung führt eine saugfähige Schnur aus Baumwolle oder Filz von einem Wassergefäß in die Erde. Die Schnur transportiert Wasser über die Kapillarwirkung nach, und der Nachschub hört auf, sobald das Substrat gesättigt ist.
Der Behälter steht auf gleicher Höhe oder etwas höher als der Topf, und das Schnurende liegt am Boden des Gefäßes. Steck das andere Ende einige Zentimeter tief in die Erde neben dem Wurzelballen und nicht flach obenauf. Bei einem großen Topf legst du zwei Schnüre auf gegenüberliegenden Seiten.
Feuchte die Schnur einmal vollständig an, bevor du sie einsetzt. Eine trockene Baumwollschnur beginnt manchmal gar nicht zu saugen, und dann steht das Gefäß nach zwei Wochen noch voll neben einem ausgetrockneten Topf.
Eine Kapillarmatte macht dasselbe für mehrere Pflanzen. Die Töpfe stehen auf der Matte, ein Ende hängt in eine Wanne mit Wasser, und die Töpfe brauchen dafür offene Abzugslöcher ohne Übertopf.

Automatische Systeme mit Pumpe
Ein Set aus Pumpe, Zeitschaltuhr und dünnen Verteilerschläuchen versorgt auch zehn oder zwanzig Töpfe. Es eignet sich für längere Reisen und für Sammlungen, die mit Kegeln nicht mehr zu schaffen sind.
Dafür hat es mehr Fehlerquellen. Ein Schlauchende rutscht aus dem Topf, ein Tropfer setzt sich zu, der Eimer läuft leer, oder der Strom fällt aus. Lass das System deshalb mindestens eine Woche vor der Abreise laufen und sieh dir jeden Topf einzeln an, statt nur zu prüfen, ob die Pumpe anspringt.
Stell die Laufzeit lieber knapp ein. Über zwei Wochen richtet zu viel Wasser mehr Schaden an als zu wenig, weil dauernd nasse Erde die Wurzeln faulen lässt. Eine flache Wanne unter den Töpfen fängt außerdem ab, was ein gelöster Schlauch sonst über den Boden verteilt.

Was nicht funktioniert
Pflanzen in eine mit Wasser gefüllte Badewanne oder Dusche zu stellen, endet nach wenigen Tagen in nassen Ballen ohne Luft. Kurz eingeweicht und danach abgetropft ist etwas anderes als drei Wochen im Wasser.
Eine Plastiktüte über die ganze Pflanze zu ziehen, hält zwar die Luftfeuchte hoch, staut in einem warmen Sommerzimmer aber Wärme und Kondenswasser und lässt Blätter faulen.
Nasses Zeitungspapier und Handtücher auf der Erde trocknen selbst innerhalb weniger Tage. Sie verzögern das Austrocknen etwas und ersetzen keine Wasserquelle. Eine Schicht Rindenmulch oder Blähton auf dem Substrat bremst die Verdunstung ebenfalls nur ein Stück weit.
Wenn jemand vorbeikommt
Ein Mensch bleibt bei längeren Reisen die sicherste Lösung, allerdings gießen hilfsbereite Nachbarn erfahrungsgemäß zu viel. Gib deshalb eine kurze Notiz mit, in der pro Pflanze steht, wie tief gefühlt wird und was bei trockener Erde zu tun ist.
Schreib die Anweisung als Prüfung und nicht als Termin. Ein Satz wie "Finger 3 cm tief in die Erde, nur gießen wenn es dort trocken ist, danach den Untersetzer ausleeren" ist ausführbar, während "zweimal die Woche gießen" bei jedem Topf etwas anderes bedeutet.
Kleb ein Etikett an jeden Topf und trenne die Pflanzen räumlich, die selten Wasser wollen. Bogenhanf und Kakteen stellst du am besten in einen anderen Raum, damit sie bei der Runde nicht mitgegossen werden.
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Häufige Fragen
Wie lange halten Zimmerpflanzen ohne Wasser aus?
Das hängt von der Art, der Topfgröße und dem Licht ab. Sukkulenten und Bogenhanf überstehen mehrere Wochen, Farne und kleine Töpfe kommen im Sommer oft keine Woche weit. Kühler und dunkler gestellt hält jede Pflanze länger durch.
Funktionieren Bewässerungskugeln wirklich?
Sie geben Wasser ab, allerdings kaum steuerbar. In lockerer Erde ist eine Kugel schnell leer, in dichter Erde verstopft der Hals. Setz sie eine Woche vor der Reise ein und beobachte den Verbrauch, bevor du dich darauf verlässt.
Was mache ich bei drei Wochen Urlaub?
Für drei Wochen brauchst du eine Wasserquelle mit ausreichendem Vorrat, also Tonkegel an großen Flaschen, eine Dochtbewässerung mit einem Kanister oder ein Pumpensystem. Stell die Pflanzen zusätzlich weiter vom Fenster weg. Bei einer großen Sammlung ist eine Person, die einmal pro Woche vorbeischaut, die verlässlichere Lösung.
Soll ich vor dem Urlaub besonders viel gießen?
Gieß einmal durchdringend, bis Wasser unten abläuft, und schütte die Untersetzer aus. Mehr Wasser nimmt der Topf nicht auf, es steht dann nur im Untersetzer und schadet den Wurzeln.
Kann ich die Pflanzen in die Badewanne stellen?
In stehendem Wasser über Tage faulen die Wurzeln. Wenn du die Wanne nutzen willst, dann als Standort mit einer Kapillarmatte, deren Ende in einem flachen Wasserreservoir liegt, während die Töpfe selbst nicht im Wasser stehen.
Sollte ich vor der Reise düngen?
Lass den Dünger in den zwei Wochen davor weg. Dünger regt neues Wachstum an, und frische Triebe brauchen mehr Wasser, als deine Bewässerung liefern kann.
Zuletzt geprüft: 2026-09-07







