Thripse bekämpfen
Kurz gesagt
Silbrige Flächen mit schwarzen Punkten sind Thripse. Blatt und Erde gehören zusammen behandelt, bis neue Blätter sauber kommen.
Silbrig glänzende Flecken auf der Blattoberseite, übersät mit winzigen schwarzen Punkten, sind Thripse. Die Punkte sind ihr Kot und lassen sich abwischen, der silbrige Schaden bleibt. Die Tiere sind schmal, 1 bis 2 Millimeter lang und geformt wie ein Reiskorn: erwachsene Thripse dunkelbraun bis schwarz, Larven hellgelb und flügellos. Bei Störung laufen sie weg oder lassen sich fallen, deshalb fällt zuerst der Schaden auf. Als Erstes stellst du die Pflanze in einen anderen Raum und duschst sie lauwarm ab, Oberseiten und Unterseiten aller Blätter. Dann steckst du eine Blautafel daneben, denn ein Teil jeder Generation verpuppt sich in der Blumenerde und kommt von dort zurück.
Woran du Thripse erkennst
Erwachsene Thripse sind schlank, bis zu 2 Millimeter lang, gelblich braun bis schwarz, mit zwei Paar schmalen, gefransten Flügeln, die flach auf dem Rücken liegen. Die Larven sind flügellos, cremefarben bis hellgelb und sehen aus wie winzige bewegliche Splitter. Beide Stadien saugen an Blättern und Blüten. Klopf einen Trieb über weißem Papier aus und sieh mit einer Lupe nach. Schwarze Thripse sind meist erwachsene Tiere, keine eigene Art.
Das Schadbild: Blätter werden stumpf, dann bilden sich silbrig weiße Flächen auf der Oberseite, oft in Streifen entlang der Adern, mit winzigen schwarzen Kotpunkten. Blätter, an denen gesaugt wurde, als sie sich noch entfalteten, kommen verkrüppelt, eingerollt oder mit braunen Rändern heraus. Blüten zeigen helle Sprenkel.
Wischtest: Wisch die schwarzen Punkte weg. Bleibt der silbrige Schaden stehen, sind es Thripse.
Womit du Thripse verwechseln kannst:
Sieh dir an
- 01Silbrige Flächen auf der Blattoberseite
- 02Winzige schwarze Punkte, die sich abwischen lassen
- 03Ob junge Blätter verkrüppelt austreiben
- 04Ob Gespinste da sind oder fehlen
- 05Ob die Pflanze neu im Haus ist

Woher plötzlich Thripse kommen und welche Pflanzen anfällig sind
Die meisten Befälle kommen mit einer neuen Pflanze oder einem Blumenstrauß ins Haus. Sieh dir beim Kauf die Blüten an und lass Pflanzen mit Thripsen oder hell gesprenkelten Blütenblättern stehen.
Warme, trockene Heizungsluft beschleunigt die Entwicklung, und Weibchen können sich ohne Paarung vermehren. So wird aus ein paar Tieren in wenigen Wochen ein sichtbarer Befall. Kompostreiche Erde kann sie begünstigen.
An Zimmerpflanzen ist es meist der Kalifornische Blütenthrips. Er befällt sehr viele Pflanzen, kann Pflanzenviren übertragen und ist gegen viele Insektenmittel resistent.
Besonders anfällig: Monstera, Philodendron, Anthurie und andere Aronstabgewächse, Ficus, Calathea, Palmen, Orchideen, Usambaraveilchen, Efeutute sowie blühende Topfpflanzen wie Chrysantheme und Gerbera.
Thripse an der Monstera: Bei Monstera und anderen Aronstabgewächsen beginnen die silbrigen Flecken oft an der Unterseite und entlang der Adern der jüngsten Blätter. Sieh unter das Blatt und in das sich entrollende Blatt, dusch dort gezielt ab und behandle die Erde mit.

Schritt für Schritt: vom sanftesten zum stärksten Mittel
Behandle Blatt und Erde gleichzeitig. Die Eier sitzen im Blattgewebe, Larven und erwachsene Tiere auf den Blättern, die Puppen in der obersten Erdschicht, und keine einzelne Maßnahme erreicht alle.
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Schritt 1. Pflanze in einen anderen Raum stellen. Thripse fliegen kurze Strecken und wandern über Blattkontakt. Nachbarpflanzen am selben Tag prüfen.
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Schritt 2. Abduschen. Ein kräftiger lauwarmer Strahl über Ober- und Unterseiten, Topf schräg oder Erde in einer Tüte, spült viele Larven und einen Teil der erwachsenen Tiere weg. Es ist der billigste Schritt, reicht aber allein nicht. Die Bayerische Gartenakademie stuft reines Abbrausen als nicht gesichert wirksam ein.
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Schritt 3. Die schlimmsten Blätter abschneiden. Ein Blatt, das zu drei Vierteln silbrig ist, arbeitet kaum noch und trägt weiter Eier. Entfernen, wenn genug gesundes Laub bleibt.
- 4
Schritt 4. Blautafeln aufhängen. Thripse reagieren auf Blau. Tafeln zwischen den Trieben fangen fliegende Tiere und zeigen dir von Woche zu Woche, ob die Zahl fällt.
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Schritt 5. Kaliseife oder Öl sprühen, in Runden. Mittel auf Kaliseifen- oder Ölbasis wirken über Kontakt und müssen Triebspitzen, Knospen und Blattunterseiten benetzen, wo die Thripse sitzen. Die Eier im Blatt erreichen sie nicht, deshalb wiederholst du nach Packungsangabe, meist alle 5 bis 7 Tage über mehrere Wochen. Vorher an einem Blatt testen, nie in der Sonne.
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Schritt 6. Die Erde behandeln. Nematoden (Steinernema feltiae) ins Gießwasser rühren und die obere Schicht gleichmäßig feucht halten, oder im Boden jagende Raubmilben (Hypoaspis, heute Stratiolaelaps) einsetzen, die ab etwa 12 °C arbeiten. Beide treffen die Puppen. Eine Schicht Sand oder feiner Kies erschwert den Larven den Weg nach unten. Umtopfen in frische Erde entfernt Puppen in der alten Erde, aber nicht die Thripse auf den Blättern.
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Schritt 7. Raubmilben gegen Thripse auf den Blättern. Amblyseius cucumeris oder Amblyseius barkeri fressen junge Thripse und brauchen mehr als 16 °C und mehr als 65 Prozent Luftfeuchte. Auch Raubwanzen (Orius) und Florfliegenlarven, deren Einsatzbedingungen du beim Anbieter prüfst, jagen Thripse. Amblyseius swirskii ist eine weitere, wärmeliebende Raubmilbe. In trockener Heizungsluft tun sich alle schwer: Sie arbeiten am besten in einer Pflanzengruppe, einem hellen Bad oder Wintergarten und brauchen mehrere Wochen ohne Spritzmittel.
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Schritt 8. Ein zugelassenes Mittel, wenn das nicht reicht. Wirken Seife, Öl und Nützlinge nicht, setzt du ein Pflanzenschutzmittel ein, das für Zierpflanzen im Haus gegen Thripse zugelassen ist, genau nach Gebrauchsanleitung, und nicht an blühenden Pflanzen. Weil der Kalifornische Blütenthrips gegen viele ältere Wirkstoffe resistent ist, hilft ein beliebiges Insektenmittel oft nicht.
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Schritt 9. Tagebuch führen und wöchentlich kontrollieren. Datum jeder Behandlung notieren, Blatt und Erde parallel behandeln und wöchentlich nachsehen, auch wenn nichts zu sehen ist. Die Eier im Blatt schlüpfen zeitversetzt.

Hausmittel gegen Thripse im Check
Lauwarmes Wasser spült viele Larven und erwachsene Tiere weg und kostet nichts. Zwischen den Behandlungen wiederholen.
Reicht das Reinigen nicht aus, wähle ein fertiges Pflanzenschutzmittel auf Kaliseifenbasis, dessen Etikett die Pflanze, den Schädling und den Einsatz im Innenraum nennt. Halte dich an Verdünnung, Anwendung und Abstände. Es wirkt bei Kontakt und muss die Schädlinge erreichen, auch unter den Blättern und in den Blattachseln. Eier im Blattgewebe werden nicht erreicht.
Vom Einsatz von Spülmittel raten Beratungsstellen ab. Die Zusätze können Blätter schädigen.
Alkohol, Essig und scharfe Reiniger verbrennen die Blattränder, während die Tiere in den Achseln und in der Erde überleben.
Neem wirkt über mehrere Anwendungen, nicht sofort, und ersetzt die Behandlung der Erde nicht.
Höhere Luftfeuchte mögen Thripse nicht, sie beendet aber keinen Befall.
Gerüche wie Knoblauch, Pfefferminze oder ätherische Öle haben keine belastbare Wirkung gegen Thripse im Zimmer.

Wie lange es dauert, bis Thripse weg sind
Vom Ei zum erwachsenen Tier vergeht bei 16 °C etwa ein Monat, bei 29 °C zwei Wochen oder weniger. Unter guten Bedingungen dauert der ganze Zyklus 24 bis 35 Tage. Ein Weibchen legt bis zu 100 Eier in junge Blätter.
Rechne mit vier bis acht Wochen paralleler Blatt- und Erdbehandlung. Der Beweis ist der neue Trieb: Kommen die nächsten Blätter sauber und unverkrüppelt, ist der Befall vorbei. Silbrige Stellen auf alten Blättern bleiben, auch wenn kein Tier mehr lebt.
Wie schlimm sind Thripse?
Für Menschen und Haustiere harmlos. Thripse leben von Pflanzensaft. Landet einer auf der Haut, kann er kurz stechen und jucken, das bleibt aber ohne Folgen.
Für Pflanzen kommt es auf die Menge an. Wenige Tiere hinterlassen Schönheitsfehler. Ein starker Befall lässt neue Triebe verkrüppeln, Blüten vertrocknen und kann Viren übertragen. Junge und weichblättrige Pflanzen leiden am meisten. Erholen kann sich eine Pflanze über den neuen Trieb, sobald die Thripse weg sind.

Was Thripse nicht mögen: so beugst du vor
Thripse mögen keine feuchte Luft, keine sauber kontrollierten Neuzugänge und keine Blautafel, die sie früh verrät.
Wann du die Pflanze aufgibst
Eine stark befallene Pflanze zu entsorgen ist oft einfacher und günstiger als die Behandlung, besonders wenn sie leicht ersetzbar ist oder die anderen immer wieder ansteckt. Pack sie vorher in eine Tüte.
Eine wertvolle Pflanze ist die Wochen wert: die schlimmsten Blätter entfernen, in frische Erde umtopfen und Blatt und Erde parallel behandeln.
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Häufige Fragen
Was hilft sofort gegen Thripse?
Abduschen und die Pflanze in einen anderen Raum stellen. Das entfernt viele Tiere sofort und stoppt die Ausbreitung. Danach behandelst du Blatt und Erde über mehrere Wochen, weil Eier und Puppen das Abduschen überstehen.
Woher kommen plötzlich Thripse?
Fast immer mit einer neuen Pflanze oder mit Schnittblumen. Warme, trockene Heizungsluft beschleunigt dann die Entwicklung, und aus wenigen Tieren wird in Wochen ein Befall.
Welche Raubmilben helfen gegen Thripse?
Auf den Blättern Amblyseius cucumeris oder Amblyseius barkeri, die mehr als 16 °C und 65 Prozent Luftfeuchte brauchen, in der Erde Hypoaspis-Raubmilben ab etwa 12 °C. In trockener Heizungsluft arbeiten sie schlechter als in einer Pflanzengruppe oder im Wintergarten.
Wie lange dauert es, bis Thripse weg sind?
Meist vier bis acht Wochen. Eine Generation dauert je nach Wärme zwei Wochen bis einen Monat, und keine Maßnahme erreicht Eier, Larven, Puppen und erwachsene Tiere gleichzeitig.
Kann sich eine Pflanze von Thripsen erholen?
Ja, über den neuen Trieb. Silbrige alte Blätter bleiben gezeichnet, aber sobald die Thripse weg sind, kommen die nächsten Blätter sauber.
Welche Hausmittel helfen gegen Thripse?
Dusch die Pflanze wiederholt lauwarm ab. Reicht das Reinigen nicht aus, wähle ein fertiges Pflanzenschutzmittel auf Kaliseifenbasis, dessen Etikett die Pflanze, den Schädling und den Einsatz im Innenraum nennt. Halte dich an Verdünnung, Anwendung und Abstände. Es wirkt bei Kontakt und muss die Schädlinge erreichen, auch unter den Blättern und in den Blattachseln. Eier im Blatt und Puppen in der Erde werden dabei nicht erreicht.
Wie werde ich Thripse an der Monstera los?
Wie bei anderen Pflanzen, aber mit Blick unter die Blätter und in das sich entrollende Blatt: abduschen, Blätter mit Kaliseife in Runden behandeln, Erde mit Nematoden oder Bodenraubmilben behandeln und eine Blautafel aufhängen.
Sind Thripse gefährlich für Menschen?
Nein. Sie können kurz stechen, wenn einer auf der Haut landet, das bleibt aber ohne Folgen. Für Katzen und Hunde sind sie harmlos.
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