Luftwurzeln bei Zimmerpflanzen

Luftwurzeln gehören zum Bauplan kletternder Pflanzen. Du kannst sie abschneiden, besser ist es, sie in die Erde oder in eine feuchte Stütze zu leiten.

Für dich ist deshalb nur eine Frage offen: an einer Stütze festwachsen lassen, in den Topf leiten oder abschneiden. Alle drei sind je nach Lage vertretbar.

Was Luftwurzeln tun

Kletternde Aronstabgewächse wie Monstera, Philodendron und Efeutute wachsen in ihrer Heimat an Baumstämmen nach oben. Die Wurzeln, die dabei aus dem Stamm kommen, halten die Pflanze am Stamm fest und nehmen Wasser und Nährstoffe aus der Rinde und dem Material darauf auf.

In der Wohnung übernimmt eine Luftwurzel dieselben Aufgaben, sobald sie etwas Feuchtes und Festes erreicht. Findet sie nichts, verholzt sie und bleibt als steifer brauner Strang stehen.

Ein Trieb bildet meist an jedem Blattknoten eine oder mehrere davon. Je größer und älter die Pflanze wird, desto mehr sind es, und desto dicker werden sie.

Bei Orchideen ist die Lage anders. Dort sind die dicken, grauen Wurzeln außerhalb des Topfes das eigentliche Wurzelsystem und keine Zugabe.

Mr. Kitty zeigt auf eine Luftwurzel am Blattknoten
Luftwurzeln kommen am Blattknoten aus dem Stamm

Abschneiden oder stehen lassen

Du kannst eine Luftwurzel abschneiden, ohne die Pflanze zu gefährden. Sie stirbt daran nicht, und sie bildet an derselben Stelle in der Regel keine neue.

Kostenlos ist der Schnitt trotzdem nicht. Jede Luftwurzel, die in Erde oder Moos wächst, versorgt die Pflanze mit, und bei einer großen Pflanze mit schweren Blättern hält sie den Trieb zusätzlich an der Stütze.

Schneide deshalb nur, was wirklich stört: Wurzeln, die quer durch den Raum wachsen, die sich in Möbeln verhaken oder die vollständig vertrocknet sind. Nimm ein sauberes, scharfes Messer und setz den Schnitt dicht am Stamm, ohne den Stamm selbst zu verletzen.

Schneide nicht alle auf einmal. Eine Pflanze, die gerade viele Blätter trägt, verliert damit auf einen Schlag einen Teil ihrer Versorgung.

In den Topf oder an eine Stütze leiten

Die einfachste Lösung ist, die Wurzel nach unten in die Erde des eigenen Topfes zu führen. Bieg sie vorsichtig, bevor sie verholzt, und drück die Spitze in die Erde. Eine junge Luftwurzel ist biegsam, eine alte bricht.

Ein Moosstab oder eine Kokosstange gibt kletternden Arten den Halt, für den die Wurzeln gebaut sind. Halte die Stange feucht, dann wachsen die Wurzeln hinein und die Pflanze steht ohne Bindung fest.

Bis die Wurzeln greifen, fixierst du die Triebe locker mit weichem Band. Zieh das Band nicht fest, weil der Trieb im Umfang zunimmt.

Eine Monstera, deren Luftwurzeln in einer feuchten Stütze sitzen, bildet größere Blätter mit mehr Einschnitten als dieselbe Pflanze ohne Halt. Das ist der eigentliche Grund, die Wurzeln zu nutzen statt sie wegzuschneiden.

Luftwurzeln bei der Monstera

Bei einer Monstera fallen sie am stärksten auf, weil sie dick werden und weit ausgreifen. Eine ältere Pflanze kann Wurzeln bilden, die den halben Weg bis zum Boden zurücklegen.

Führ sie zurück in den Topf oder in eine feuchte Stütze, solange sie noch weich sind. Wurzeln, die schon verholzt und steif sind, lässt du entweder stehen oder schneidest sie ab, weil sie sich nicht mehr biegen lassen.

Stell die Luftwurzeln nicht in ein Glas Wasser als Dauerlösung. Sie bilden dort Wasserwurzeln, die beim späteren Umtopfen in Erde absterben, und der Stamm bleibt am Übergang dauerhaft nass.

Ein Sprühen der Luftwurzeln bringt wenig. Feuchtigkeit brauchen sie dort, wo sie hineinwachsen, also in der Stütze oder in der Erde.

Luftwurzeln bei Orchideen

Bei einer Schmetterlingsorchidee gehören die Wurzeln außerhalb des Topfes zum normalen Bild. Sie sind von einer saugfähigen Schicht umgeben, die trocken silbrig aussieht und sich beim Wässern grün färbt.

Schneide diese Wurzeln nicht ab. Sie arbeiten und nehmen einen erheblichen Teil der Versorgung, und die Farbe zeigt dir gleichzeitig, wann die Pflanze wieder Wasser braucht.

Zwing sie beim Umtopfen auch nicht in den Topf. Was außen wächst, bleibt außen, sonst bricht es.

Entfernen darfst du nur, was hohl, braun und beim Drücken flach ist. Eine feste Wurzel bleibt an der Pflanze, egal wie sie aussieht.

Mr. Kitty prüft die silbrigen Wurzeln einer Orchidee im Rindensubstrat
Die silbrigen Wurzeln außerhalb des Topfs bleiben an der Orchidee

Luftwurzeln zum Vermehren nutzen

Ein Steckling mit Luftwurzel wurzelt schneller an als einer ohne. Schneide den Trieb dafür so, dass unter dem Blattknoten mit der Luftwurzel etwas Stamm stehen bleibt.

Setz den Steckling in Wasser oder direkt in lockere Erde. In Erde bilden sich von Anfang an die Wurzeln, die die Pflanze später braucht, und der Umzug entfällt.

Eine bereits verholzte, dicke Luftwurzel treibt nicht mehr neu aus. Für einen Steckling nimmst du einen Trieb mit einer jungen, hellen Wurzelspitze.

Ohne Blattknoten gibt es keine neue Pflanze. Eine Luftwurzel allein, ohne Stammstück und Auge, wächst nicht an.

Ein Steckling mit einem Knoten unter dem Schnitt
Ein Stück mit Knoten und junger Luftwurzel wurzelt schneller an

Wenn Luftwurzeln vertrocknen oder weich werden

Eine vertrocknete, hohle Luftwurzel ist meist einfach alt und kein Grund zur Sorge. Schneide sie am Stamm ab, wenn sie stört.

Trocknen dagegen viele junge Spitzen gleichzeitig ein, ist die Luft im Raum sehr trocken oder die Pflanze bekommt insgesamt zu wenig Wasser. Sieh dir dann den Topfballen an, statt die Wurzeln zu besprühen.

Weiche, dunkle Luftwurzeln am Stammfuß sind ein anderes Thema. Sie stehen in nasser Erde oder in Wasser, das im Übertopf steht, und deuten auf beginnende Fäule am Stamm hin.

Prüf in diesem Fall den ganzen Ballen. Weiche Wurzeln unten im Topf und säuerlich riechende Erde bestätigen den Verdacht und verlangen frische, lockere Erde und zurückhaltendes Gießen.

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Häufige Fragen

Darf ich Luftwurzeln abschneiden?

Ja, die Pflanze nimmt daran keinen dauerhaften Schaden. Schneide mit einem sauberen, scharfen Messer dicht am Stamm und nimm nicht alle auf einmal weg. Jede Wurzel, die in Erde oder Moos sitzt, versorgt die Pflanze mit.

Was mache ich mit den Luftwurzeln meiner Monstera?

Führ sie nach unten in den Topf oder in einen feuchten Moosstab, solange sie noch biegsam sind. Dort wachsen sie ein und versorgen die Pflanze. Verholzte Wurzeln lassen sich nicht mehr biegen und bleiben entweder stehen oder kommen weg.

Soll ich Luftwurzeln in Wasser stellen?

Als Dauerlösung nicht. Im Wasser bilden sich Wurzeln, die für Wasser gebaut sind und beim Umtopfen in Erde absterben, und der Stamm bleibt am Übergang nass. Für einen Steckling ist ein Glas Wasser dagegen brauchbar.

Warum bildet meine Pflanze so viele Luftwurzeln?

Weil sie klettert und größer geworden ist. Kletternde Arten bilden an jedem Blattknoten Wurzeln, und die Zahl nimmt mit dem Alter zu. Ein Moosstab gibt ihnen etwas, woran sie sich festhalten können.

Sind Luftwurzeln bei Orchideen normal?

Ja, bei einer Schmetterlingsorchidee gehören sie dazu. Silbrig heißt trocken, grün heißt gerade gewässert. Schneide nur ab, was hohl, braun und beim Drücken flach ist.

Hilft Besprühen gegen vertrocknete Luftwurzeln?

Kaum, weil die Feuchtigkeit sofort wieder verdunstet. Eine Luftwurzel braucht etwas Feuchtes zum Hineinwachsen, also eine feuchte Stütze oder die Erde im Topf. Trocknen viele junge Spitzen ein, prüfe zuerst den Topfballen.

Zuletzt geprüft: 2026-09-07