Luftreinigende Zimmerpflanzen
Der messbare Effekt in einem normalen Zimmer ist klein, Lüften bringt mehr. Pflanzen lohnen sich trotzdem.
Zimmerpflanzen nehmen über Blätter und Wurzelbereich Stoffe aus der Luft auf. In einem normalen Wohnzimmer ist dieser Beitrag klein, weil das Luftvolumen groß ist und die Luft ständig ausgetauscht wird.
Für saubere Luft im Zimmer sorgt vor allem regelmäßiges Lüften. Eine Reihe Töpfe auf der Fensterbank ersetzt weder das geöffnete Fenster noch eine Lüftungsanlage.
Trotzdem lohnen sich diese Pflanzen. Sie sind pflegeleicht, kommen mit Innenraumbedingungen zurecht und verändern den Raum sichtbar. Diese Seite sortiert, was du erwarten kannst und welche Arten dafür in Frage kommen.
Was Pflanzen mit der Raumluft machen
Blätter nehmen Gase über ihre Spaltöffnungen auf, und im Wurzelbereich bauen Mikroorganismen einen Teil davon ab. Dieser Vorgang ist nachvollziehbar und findet in jedem Topf statt.
Die Größenordnung ist der entscheidende Punkt. Ein Wohnraum hat viele Kubikmeter Luft, tauscht sie über Fenster, Türen und Fugen laufend aus und bekommt neue Stoffe aus Möbeln, Textilien und Reinigungsmitteln nach. Gegen diesen Durchsatz ist die Blattfläche einiger Töpfe wenig.
Rechne deshalb nicht damit, dass eine Pflanzengruppe eine Belastung im Zimmer merklich senkt. Wenn dich Gerüche oder Ausdünstungen nach einer Renovierung stören, ist Lüften die Maßnahme, die schnell wirkt.
Der ehrlichste Grund für diese Pflanzen ist ein anderer: Sie sehen gut aus, brauchen wenig und halten in Wohnungen und Büros lange durch.
Was die NASA-Studie gemessen hat und was spätere Auswertungen zeigen
Die Pflanzen auf fast jeder Liste stammen aus einem NASA-Bericht von 1989 (Wolverton, Johnson und Bounds). Darin standen Pflanzen in kleinen, luftdicht verschlossenen Kammern, und gemessen wurde, wie viel Benzol, Trichlorethylen und Formaldehyd nach 24 Stunden verschwunden war. In eine solche Kammer kommt weder frische Luft noch neue Ausdünstung aus Möbeln oder Farbe nach. Eine Wohnung ist etwas ganz anderes.
2019 haben Bryan Cummings und Michael Waring von der Drexel University 196 Ergebnisse aus 12 solchen Kammerstudien ausgewertet und auf echte Räume umgerechnet. Ihr Ergebnis: Man bräuchte 10 bis 1.000 Pflanzen pro Quadratmeter Boden, um so viel zu leisten wie der normale Luftaustausch eines Gebäudes. Für ein Schlafzimmer mit 15 Quadratmetern wären das 150 bis 15.000 Töpfe.
Die britische Royal Horticultural Society (RHS) kommt zum selben Schluss: Eine spürbar bessere Luft bräuchte sehr viele Pflanzen unter besonderen Bedingungen, was in den meisten Wohnungen nicht machbar ist.
Lüften bleibt die eigentliche Maßnahme
Öffne die Fenster mehrmals am Tag für einige Minuten weit, statt sie dauerhaft zu kippen. Der schnelle Luftwechsel bringt frische Luft herein und nimmt Feuchtigkeit mit heraus.
In der Heizperiode ist das auch für die Pflanzen selbst besser. Sie stehen dann in trockener Heizungsluft, und ein kurzer, kräftiger Luftwechsel kühlt den Raum weniger aus als ein dauernd gekipptes Fenster.
Stell keine Pflanze direkt in den Zugluftstrom eines geöffneten Fensters, besonders im Winter nicht. Kalte Zugluft an nassen Wurzeln ist der Zustand, in dem Blätter abgeworfen werden.
Arten, die in Innenräumen zuverlässig durchhalten
Die Grünlilie ist die anspruchsloseste in dieser Runde. Sie verzeiht unregelmäßiges Gießen, wächst auch an einem mäßig hellen Platz und bildet Ableger, aus denen du neue Pflanzen ziehst.
Die Efeutute rankt oder hängt und kommt mit weniger Licht aus als die meisten anderen Kletterer. Ein Trieb, der zu lang wird, lässt sich abschneiden und im Wasser bewurzeln.
Der Bogenhanf braucht am wenigsten Wasser von allen hier. Seine festen Blätter speichern selbst, deshalb steht er auch mehrere Wochen ohne Gießen. Nasse Erde verträgt er dafür schlecht.
Das Einblatt zeigt Wassermangel deutlich an, indem es die Blätter hängen lässt und sich nach dem Gießen wieder aufrichtet. Für alle, die den Rhythmus noch suchen, ist das eine hilfreiche Rückmeldung.
Der Drachenbaum wächst aufrecht und braucht wenig Grundfläche. Er kommt mit Zimmerbedingungen gut zurecht und reagiert am ehesten auf hartes Gießwasser mit braunen Blattspitzen.
Die Bergpalme bleibt klein genug für ein Regal oder einen Beistelltisch und verträgt einen Platz abseits des Fensters besser als die meisten Palmen.
Der Schwertfarn braucht von dieser Auswahl am meisten Aufmerksamkeit. Er möchte gleichmäßig feuchte Erde und mag trockene Heizungsluft nicht, dafür füllt er einen halbschattigen Platz schnell aus.
Die Glücksfeder steht mit dicken, glänzenden Blättern auch in einer dunklen Ecke und übersteht längere Trockenzeiten. Sie wächst dafür langsam.
Ob eine dieser Arten für Haustiere oder Kinder problematisch ist, steht in ihrer eigenen Pflegeanleitung.
Luftfeuchte ist der Effekt, den du eher merkst
Pflanzen geben über die Blätter Wasser ab. In einem trockenen Raum mit vielen und großen Pflanzen lässt sich das eher bemerken als jede Filterwirkung.
Wie viel das ausmacht, hängt an der Blattfläche, an der Temperatur und daran, wie oft du lüftest. Eine einzelne kleine Pflanze auf der Kommode ändert nichts, eine Gruppe größerer Pflanzen in einer Zimmerecke schon eher.
Stell die Töpfe zusammen, wenn du das ausnutzen willst. Zwischen den Blättern hält sich die feuchtere Luft länger als bei Einzelstellung im ganzen Raum verteilt.

Standort und Pflege, damit die Auswahl hält
Eine Pflanze, die eingeht, reinigt gar nichts. Der wichtigste Schritt ist deshalb, jede Art an einen Platz zu stellen, dessen Licht ihr passt, und danach nach dem Zustand der Erde zu gießen.
Richte das Gießen nach der Pflanzenart. Viele dieser Pflanzen vertragen es, wenn die oberen zwei bis drei Zentimeter abtrocknen. Beim Schwertfarn gießt du schon, wenn die Oberfläche zu trocknen beginnt. Sein Ballen darf nicht austrocknen. Leere danach den Untersetzer.
Wisch die Blätter gelegentlich feucht ab. Staub auf großen Blättern nimmt Licht weg, und beim Abwischen fallen dir Schädlinge früh auf.
Sieh dir die Pflanzen nach dem Kauf ein paar Wochen einzeln an, bevor du sie zu den anderen stellst. Neuzugänge bringen Schädlinge mit.
Worauf du bei feuchter Erde im Zimmer achtest
Viele Töpfe in einem selten gelüfteten Raum bedeuten viel dauerhaft feuchte Erde. Auf der Oberfläche bildet sich dann leicht ein weißer Belag, und in der feuchten Schicht entwickeln sich Trauermücken.
Beides lässt sich mit derselben Maßnahme abstellen. Lass die obere Erdschicht zwischen den Wassergaben abtrocknen und leer den Untersetzer nach dem Gießen.
Wer im Schlafzimmer Pflanzen aufstellt, hält es genauso. Problematisch sind dort nicht die Pflanzen selbst, sondern dauerhaft nasse Erde in einem kaum gelüfteten Raum.

So stellst du eine Auswahl zusammen
Fang mit dem Licht an. Sieh dir an, wie viel Tageslicht der geplante Platz bekommt, und wähle danach aus, statt nach einer Liste zu kaufen.
Nimm zwei oder drei Arten mit ähnlichem Wasserbedarf, wenn sie zusammenstehen sollen. Ein Bogenhanf neben einem Schwertfarn zwingt dich zu zwei getrennten Gießrhythmen an einer Stelle.
Größe schlägt Stückzahl. Eine große Pflanze mit viel Blattfläche macht im Raum mehr aus als sechs kleine Töpfe, und sie macht weniger Arbeit.

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Häufige Fragen
Welche Pflanzen reinigen die Luft am besten?
Eine belastbare Rangliste für normale Wohnräume gibt es nicht, weil der Beitrag jeder einzelnen Pflanze dort klein bleibt. Sinnvoller ist die Frage, welche Art an deinem Platz gut wächst. Grünlilie, Efeutute, Bogenhanf, Einblatt und Drachenbaum halten in Innenräumen zuverlässig durch.
Verbessern Zimmerpflanzen wirklich die Luftqualität?
Sie nehmen Stoffe aus der Luft auf, in einem normalen Zimmer fällt der Effekt aber gering aus. Der Luftwechsel durch Fenster und Türen ist um ein Vielfaches größer. Für spürbar bessere Luft lüftest du, für ein angenehmeres Zimmer stellst du Pflanzen auf.
Wie viele Pflanzen braucht man für ein Zimmer?
Für einen messbaren Luftreinigungseffekt viel zu viele. Eine Auswertung der Drexel University von 2019 kommt auf 10 bis 1.000 Pflanzen pro Quadratmeter Boden, um den normalen Luftaustausch eines Gebäudes zu erreichen. Richte dich deshalb nach Platz und Licht und danach, wie viele Pflanzen du regelmäßig versorgen kannst.
Erhöhen Zimmerpflanzen die Luftfeuchtigkeit?
Ja, sie geben über die Blätter Wasser ab. Bemerkbar wird das eher bei mehreren größeren Pflanzen, die zusammenstehen, als bei einzelnen kleinen Töpfen im Raum verteilt.
Sind Zimmerpflanzen im Schlafzimmer gut?
Gegen Pflanzen im Schlafzimmer spricht nichts. Achte darauf, dass die Erde zwischendurch abtrocknet und der Raum regelmäßig gelüftet wird, weil dauerhaft nasse Erde Schimmel und Trauermücken begünstigt.
Filtern Zimmerpflanzen Schadstoffe aus der Luft?
Blätter und Mikroorganismen im Wurzelbereich bauen einen Teil solcher Stoffe ab. Auf ein ganzes Zimmer gerechnet ist der Anteil klein, weil ständig neue Luft und neue Stoffe nachkommen. Verlass dich bei einer echten Belastung nicht auf Pflanzen.
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