Zimmerpalmen richtig auswählen und pflegen

Zimmerpalmen wollen hell ohne harte Mittagssonne stehen und zwischen zwei Wassergaben antrocknen. Braune Spitzen sind ihr erstes Signal.

Der zweite Punkt ist das Wasser. Palmen wollen zwischen zwei Gaben antrocknen, aber nicht völlig austrocknen, und sie vertragen stehendes Wasser im Untersetzer schlecht. Braune Spitzen sind bei ihnen das übliche erste Zeichen, dass an einer dieser beiden Schrauben etwas nicht stimmt.

Welche Palme zu welchem Raum passt

Die Kentia-Palme ist die verlässlichste Art für normale Wohnräume. Sie kommt mit weniger Licht aus als die anderen, wächst langsam und bleibt über Jahre ansehnlich.

Die Bergpalme bleibt klein und passt auf einen Beistelltisch oder eine breite Fensterbank. Sie wird oft mit mehreren Pflanzen in einem Topf verkauft, was den Busch dicht wirken lässt.

Die Goldfruchtpalme bildet viele dünne Rohre und einen breiten Federschopf. Sie will heller stehen als die Kentia-Palme und trocknet in ihrem meist zu kleinen Verkaufstopf schnell aus.

Zwergpalme und chinesische Hanfpalme haben feste, fächerförmige Wedel und vertragen mehr direkte Sonne. Beide stehen im Sommer gern draußen und wollen im Winter kühl und hell überwintern, nicht im geheizten Wohnzimmer.

Die Kokospalme wird als Deko verkauft und lebt in normaler Zimmerluft selten lange. Sie wächst aus der Nuss und stellt hohe Ansprüche an Wärme und Luftfeuchte.

Der japanische Sagopalmfarn und die Schusterpalme tragen die Palme im Namen oder im Habitus, gehören aber nicht dazu. Der Sagopalmfarn braucht sehr wenig Wasser, die Schusterpalme hält dunkle Flure aus.

Drei Zimmerpalmen unterschiedlicher Höhe nebeneinander
Kentia, Bergpalme und Goldfruchtpalme brauchen unterschiedlich viel Platz

Standort und Licht

Ein Platz nahe am Ost- oder Westfenster passt für die meisten Zimmerpalmen. Am Südfenster hängst du im Sommer einen dünnen Vorhang dazwischen, sonst bekommen die Wedel helle, ausgeblichene Stellen.

Steht die Palme zu dunkel, werden die neuen Wedel kleiner als die alten und die Abstände am Stamm größer. Rück sie dann näher ans Fenster, aber in Schritten von einem Meter statt in einem Sprung.

Dreh den Topf alle paar Wochen, damit der Schopf gleichmäßig bleibt. Halt Abstand zu Heizkörpern und zur häufig geöffneten Balkontür, weil trockene Heizungsluft und kalte Zugluft beide auf die Blattspitzen gehen.

Gießen ohne Staunässe

Prüf die Erde zwei bis drei Zentimeter tief. Fühlt sie sich dort trocken an, gießt du durchdringend, bis unten Wasser austritt. Fühlt sie sich noch klamm an, wartest du und prüfst in zwei Tagen erneut.

Leer den Untersetzer nach zwanzig Minuten. Palmenwurzeln, die dauerhaft im Wasser stehen, faulen, und die Pflanze zeigt das erst Wochen später an vergilbenden unteren Wedeln.

Im Winter sinkt der Verbrauch deutlich, weil weniger Licht ankommt. Gleichzeitig trocknet die Heizungsluft die Oberfläche schneller aus als im Sommer, deshalb prüfst du dann tiefer statt öfter oberflächlich.

Viele Arten reagieren auf hartes Wasser und auf Düngesalze mit braunen Spitzen. Gesammeltes Regenwasser oder gefiltertes Wasser hilft, und einmal im Jahr spülst du den Ballen im Spülbecken gründlich durch.

Untere Blätter gelb, Untersetzer voller Wasser
Der Untersetzer wird nach zwanzig Minuten geleert

Braune Blattspitzen und gelbe Wedel deuten

Trockene, braune Spitzen an sonst grünen Wedeln entstehen meist durch trockene Luft, durch zu spätes Gießen oder durch Salze im Substrat. Sieh dir an, ob sie über Wochen langsam zunehmen, dann liegt es an Luft und Wasserqualität.

Ganze Wedel, die von unten her gelb werden, gehören zum normalen Alterungsverlauf. Kommen mehrere in kurzer Zeit und ist die Erde dabei nass, geht es um zu viel Wasser.

Feine helle Sprenkel auf den Wedeln und zarte Gespinste in den Blattachseln sprechen für Spinnmilben. Zimmerpalmen in trockener Heizungsluft sind ihr Lieblingsplatz, deshalb lohnt im Winter ein Blick auf die Wedelunterseiten.

Abgeschnittene braune Spitzen wachsen nicht nach. Schneide knapp im braunen Rand entlang, damit keine frische Wunde entsteht, und ändere die Ursache statt nur das Bild.

Eine braune Wedelspitze wird knapp im braunen Rand gekürzt
Der Schnitt bleibt knapp im braunen Rand, sonst entsteht eine frische Wunde

Erde, Umtopfen und Dünger

Palmen wollen ein durchlässiges Substrat. Normale Blumenerde mit einem Anteil Sand, Bims oder Perlite reicht, weil reine Torferde nach dem Gießen zu lange nass bleibt.

Topf nur um, wenn Wurzeln aus den Abzugslöchern kommen oder das Wasser nicht mehr einsickert. Palmen wurzeln empfindlich, also lockerst du den Ballen nicht auf und setzt sie genauso tief wie vorher wieder ein.

Dünge in der Wachstumszeit verdünnt und lieber schwächer als auf der Packung angegeben. Im Winter setzt du aus, weil ungenutzter Dünger als Salz im Substrat bleibt.

Palmen bilden ihren Schopf aus einem einzigen Vegetationspunkt. Schneid ihn nie ab, sonst treibt die Pflanze nicht wieder aus. Entfernt werden nur vollständig vertrocknete Wedel am Ansatz.

Luftfeuchte, Staub und Winterpflege

Zimmerpalmen kommen aus feuchterer Luft, als eine geheizte Wohnung im Winter bietet. Ein Platz weiter weg vom Heizkörper, mehrere Pflanzen dicht beieinander und eine flache Schale mit Wasser in der Nähe heben die Luftfeuchte in der unmittelbaren Umgebung.

Sprüh die Wedel regelmäßig über, solange die Pflanze nicht in der Sonne steht. Das ersetzt keine Behandlung gegen Schädlinge, hält aber die Bedingungen für Spinnmilben schlechter.

Staub auf den Wedeln nimmt Licht weg und versteckt einen beginnenden Befall. Dusch die Palme alle paar Monate lauwarm ab und halt den Topf dabei schräg, damit das Wasser nicht im Ballen stehen bleibt.

Im Winter fällt die Palme nicht in eine Ruhephase wie ein Laubbaum, sie wächst nur langsamer. Gieß entsprechend seltener, dünge nicht und stell sie so hell wie möglich, bis die Tage wieder länger werden.

Zwergpalme und chinesische Hanfpalme wollen in dieser Zeit deutlich kühler stehen als der Rest. Ein heller, frostfreier Flur oder ein unbeheiztes Treppenhaus passt für sie besser als das Wohnzimmer.

Eine Pflanze wird unter der Dusche abgebraust
Zum Entstauben wird die Palme lauwarm abgeduscht

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Häufige Fragen

Welche Zimmerpalme ist am pflegeleichtesten?

Die Kentia-Palme. Sie verträgt weniger Licht als die anderen Arten und nimmt eine vergessene Gießrunde nicht übel. Ihr langsames Wachstum bedeutet auch, dass sie selten umgetopft werden muss.

Warum bekommt meine Zimmerpalme braune Blattspitzen?

Meist durch trockene Heizungsluft, zu spätes Gießen oder Salze aus hartem Wasser und Dünger. Spül den Ballen einmal gründlich durch, gieß nach Fingerprobe statt nach Kalender und stell die Palme weiter weg vom Heizkörper. Bereits braunes Gewebe wird nicht wieder grün.

Wie oft muss man Zimmerpalmen gießen?

So oft, wie die Erde zwei bis drei Zentimeter tief abtrocknet. Das ist im Sommer am hellen Fenster deutlich häufiger als im Winter. Ein fester Wochentag passt nicht, weil Topfgröße und Licht den Abstand verschieben.

Welche Palme eignet sich für dunkle Räume?

Die Kentia-Palme und die Bergpalme kommen mit wenig Licht am längsten aus. Ohne Tageslicht wächst allerdings keine Palme. In sehr dunklen Fluren hält die Schusterpalme länger durch, die keine echte Palme ist.

Kann man Zimmerpalmen schneiden?

Nur vertrocknete Wedel am Ansatz und braune Spitzen knapp im braunen Rand. Die Spitze des Stammes darf nicht geschnitten werden, weil die Palme dort ihren einzigen Vegetationspunkt hat und danach nicht wieder austreibt.

Warum werden die unteren Wedel meiner Palme gelb?

Einzelne alte Wedel unten gibt jede Palme mit der Zeit ab. Werden mehrere in kurzer Zeit gelb und ist die Erde dabei nass, steckt zu viel Wasser dahinter. Setz das Gießen aus und prüf, ob der Topf unten wirklich abläuft.

Zuletzt geprüft: 2026-09-07