Fleischfressende Pflanzen pflegen
Fleischfressende Pflanzen brauchen Regenwasser, nährstoffarmes Moos- oder Torfsubstrat, viel Licht und keinen Dünger. Manche auch eine kalte Winterruhe.
Fleischfressende Pflanzen wachsen in Mooren und auf nassen, nährstoffarmen Böden. Ihre Pflege ist deshalb das Gegenteil der meisten Zimmerpflanzen. Gieße nur mit Regenwasser, destilliertem Wasser oder Osmosewasser, nie mit Leitungswasser. Setz sie in ein nährstoffarmes Substrat, nie in normale Blumenerde, und dünge sie nicht.
Die vier häufigsten Arten unterscheiden sich vor allem in einem Punkt. Venusfliegenfalle und Schlauchpflanze (Sarracenia purpurea) brauchen eine kalte Winterruhe. Kap-Sonnentau und Kannenpflanze (Nepenthes) wachsen das ganze Jahr im warmen Zimmer.
Vier einfache fleischfressende Pflanzen für Einsteiger
Diese vier bekommst du am leichtesten und sie sind am einfachsten zu halten. Der Ratgeber zu jeder Pflanze erklärt die ganze Pflege.
- Venusfliegenfalle: Mehrere Stunden direkte Sonne, der Topf im Wachstum in einem Untersetzer mit Regenwasser und eine kühle, helle Winterruhe bei etwa 0 bis 10 °C. Haustiersicher (ungiftig).
- Sonnentau: Der leichteste Einstieg. Der hellste Platz, den du hast, ein Untersetzer mit Regenwasser, Zimmertemperatur das ganze Jahr und keine Winterruhe. Nicht als haustiersicher bestätigt.
- Kannenpflanze: Hell mit ein paar Stunden milder Sonne, Luftfeuchte über 60 % und ein Moossubstrat, das nie austrocknet. Braucht das ganze Jahr Wärme. Nicht als haustiersicher bestätigt.
- Sarracenia: Eine winterharte Moorpflanze für volle Sonne im Freien, im Sommer mit einer Schale Regenwasser und einer kalten Winterruhe. Nicht als haustiersicher bestätigt.
Gießen: nur Regenwasser, destilliertes Wasser oder Osmosewasser
Verwende nie Leitungswasser. Seine Mineralien reichern sich im nährstoffarmen Substrat an und schädigen nach und nach die Wurzeln. Sammle Regenwasser oder kauf destilliertes Wasser oder Osmosewasser.
Die meisten fleischfressenden Pflanzen mögen das Substrat nass, nicht nur feucht. Stell Venusfliegenfalle, Sonnentau und Sarracenia im Wachstum in einen Untersetzer mit ein paar Zentimetern Wasser und füll ihn auf, bevor er leer ist. Die Kannenpflanze will ein Substrat, das feucht bleibt und gut abläuft. Lass sie deshalb nicht dauerhaft im Wasser stehen.
Im Winter wächst alles langsamer. Gieße dann von unten und kipp den Rest weg, statt den Topf im Wasser stehen zu lassen. Ganz austrocknen darf das Substrat aber nie.
Karnivorenerde statt Blumenerde
Die RHS warnt davor, fleischfressende Pflanzen in Gartenerde oder Blumenerde zu setzen, weil beide zu nährstoffreich sind. Nimm Karnivorenerde, zum Beispiel Torfmoos oder Torf mit Perlite oder Sand. Eine torffreie Mischung der RHS besteht aus 75 % Torfmoos und 25 % fein gesiebter Pinienrinde.
Die meisten musst du erst nach einem Jahr oder länger umtopfen. Topf um, wenn die Wurzeln den Topf ausfüllen, in einen nur wenig größeren Topf mit frischem Substrat für fleischfressende Pflanzen.
Kein Dünger und kein Fleisch
Dünge fleischfressende Pflanzen nicht und misch nie Dünger unter das Substrat. Sie stammen von sehr nährstoffarmen Standorten und holen sich, was sie brauchen, aus den Insekten, die sie fangen.
Auch in der Wohnung fangen sie meist selbst ein paar Insekten. Ein Kap-Sonnentau zwischen deinen Zimmerpflanzen hilft außerdem gegen Trauermücken. Füttere sie nie mit Fleisch.
Licht: so viel wie möglich
Zu wenig Licht ist der häufigste Grund, warum eine fleischfressende Pflanze schwach bleibt, die Farbe verliert oder keine Fallen mehr bildet. Venusfliegenfalle und Sarracenia brauchen mehrere Stunden direkte Sonne. Ein sonniges Fenster ist im Haus das Minimum, Sarracenia gedeiht im Freien am besten.
Hinter Glas kann die Mittagssonne die Blätter verbrennen. Sonnentau und Kannenpflanze stehen deshalb am besten sehr hell mit etwas Schutz vor heißer Sonne. Sind deine Fenster dunkel, bringt eine Pflanzenlampe mehr als alles andere.
Winter: welche Arten eine kalte Winterruhe brauchen
Die Venusfliegenfalle braucht im Winter eine kühle, helle Ruhe bei etwa 0 bis 10 °C, zum Beispiel in einem ungeheizten Raum oder geschützt im Freien. Steht sie den ganzen Winter warm, wird sie schwach. Schütze sie vor starkem Frost.
Die Schlauchpflanze Sarracenia purpurea geht in der Kälte in die Winterruhe. Im Herbst stoppt das Wachstum und viele Schläuche werden braun. Das ist normal. Die RHS stuft sie im Boden als winterhart bis etwa -15 °C ein, Wurzeln im Topf sind dem Frost aber stärker ausgesetzt.
Kap-Sonnentau und Kannenpflanze brauchen keine Winterruhe. Halte sie bei Zimmertemperatur, weg von kalten Fenstern, Zugluft und Heizkörpern.
Luftfeuchtigkeit
Venusfliegenfalle und Sarracenia brauchen keine besondere Luftfeuchte, weil das nasse Substrat ihnen genug Feuchtigkeit gibt. Der Kap-Sonnentau mag es feuchter als in den meisten Wohnungen. Verschwindet sein Fangschleim, ist trockene Luft oft der Grund.
Die Kannenpflanze braucht über 60 % Luftfeuchte. In trockener Luft bildet sie keine Kannen oder sie vertrocknen. Ein helles Terrarium eignet sich gut. Auf der Fensterbank steht sie am besten weg von der Heizungsluft.
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Häufige Fragen
Welche fleischfressende Pflanze ist für Anfänger am einfachsten?
Der Kap-Sonnentau. Er wächst das ganze Jahr bei Zimmertemperatur, braucht keine Winterruhe und nur einen hellen Platz und einen Untersetzer mit Regenwasser. Auch die Venusfliegenfalle ist einfach, wenn sie direkte Sonne und einen kalten Winter bekommt.
Darf ich fleischfressende Pflanzen mit Leitungswasser gießen?
Nein. Mineralien aus dem Leitungswasser reichern sich im nährstoffarmen Substrat an und schädigen mit der Zeit die Wurzeln. Nimm Regenwasser, destilliertes Wasser oder Osmosewasser.
Muss ich meine fleischfressende Pflanze füttern?
Nein. Auch in der Wohnung fängt sie meist selbst ein paar Insekten. Gib ihr nie Dünger oder Fleisch.
Können fleischfressende Pflanzen im Zimmer leben?
Kap-Sonnentau und Kannenpflanze wachsen das ganze Jahr im Zimmer. Die Venusfliegenfalle kann auf einer sonnigen Fensterbank stehen, braucht aber eine kalte Winterruhe. Sarracenia purpurea gedeiht am besten im Freien in voller Sonne.
Sind fleischfressende Pflanzen giftig für Katzen und Hunde?
Die ASPCA führt die Venusfliegenfalle als ungiftig für Katzen und Hunde. Für Kannenpflanze, Sonnentau und Sarracenia hat sie keinen Eintrag, ihre Haustiersicherheit ist also nicht bestätigt. Stell sie außer Reichweite und ruf den Tierarzt an, wenn dein Tier davon frisst.
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